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Tag der Organspende
Mehr als 300 Brandenburger warten auf Spenderorgan

Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird am Eingang eines OP-Saales vorbeigetragen. In Brandenburg warten mehr als 300 Menschen auf ein Spenderorgan. (Symbolfoto)
Ein Styropor-Behälter zum Transport von zur Transplantation vorgesehenen Organen wird am Eingang eines OP-Saales vorbeigetragen. In Brandenburg warten mehr als 300 Menschen auf ein Spenderorgan. (Symbolfoto) © Foto: Soeren Stache/dpa
dpa / 06.06.2020, 10:23 Uhr - Aktualisiert 06.06.2020, 10:52
Potsdam (dpa) In Brandenburg warten zur Zeit 332 Menschen auf ein Spenderorgan. Die Zahl der Spender liegt allerdings weit darunter. Sie stieg im ersten Quartal trotz der Corona-Pandemie leicht von 5 auf 6, teilte die Deutsche Stiftung Organtransplantation mit. Im gesamten Jahr 2019 gab es 20 Organspender im Land.

In Berlin warten zur Zeit 469 Menschen auf ein Spenderorgan. Die Zahl der Spender sank im ersten Quartal trotz der Corona-Pandemie nur leicht von 20 auf 18, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Gespendet wurden vor allem Nieren, Lungen und Herzen, manchmal auch mehrere Organe von einem Spender. Im gesamten Jahr 2019 spendeten 55 Berliner nach ihrem Tod Organe.

Die Verteilung organisiert europaweit die Stiftung Eurotransplant. Deutschland gehört in diesem Verbund zu den Ländern mit vergleichsweise sehr wenig Spendern.

An diesem Samstag (6. Juni) wird bundesweit an die Bedeutung der Organspende erinnert. In Deutschland stehen 9000 Patienten, die dringend auf eine rettende Organspende angewiesen sind, auf Wartelisten. "Der Tag soll einen Anstoß geben, sich mit der Frage nach Organspende auseinanderzusetzen und eine Entscheidung zu treffen", sagte Egbert Trowe, Vorstandsmitglied des Vereins Lebertransplantierte. "Gleichzeitig ist es aber auch ein Tag des Dankes gegenüber allen Organspendern, die bereit waren, nach ihrem eigenen Tod anderen Menschen zu helfen." Trowe selbst überlebte vor 18 Jahren dank einer Lebertransplantation.

Im Januar 2020 hat der Bundestag ein neues Gesetz beschlossen. Es sieht vor, dass die Bereitschaft, Organe nach dem eigenen Tod zu spenden, regelmäßiger erfragt werden soll. Künftig soll eine Erklärung zur Organspende auch in einem Online-Register und den Ausweisstellen möglich sein.

Diese Diskussion habe das Thema Organspende wieder verstärkt in den Blickpunkt gerückt, sagte Heidrun Thaiss, Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Von Januar bis April wurden deutlich mehr Organspendeausweise bestellt und heruntergeladen als im Vorjahreszeitraum."

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