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Corona-Lockerungen
Feuerwehrausbildung läuft in Brandenburg wieder an

Übungen der Brandenburger Feuerwehren laufen nach den Corona-Lockerungen wieder an. (Symbolfoto)
Übungen der Brandenburger Feuerwehren laufen nach den Corona-Lockerungen wieder an. (Symbolfoto) © Foto: Robert Michael/dpa
Christian Bark / 06.06.2020, 10:35 Uhr
Potsdam (dpa) Für die Feuerwehr in Brandenburg war die bisherige Corona-Krise mit vielen Einschränkungen verbunden. Das betraf nicht nur die Einsätze, sondern auch die Ausbildung.

"Präsenzveranstaltungen waren absolut nicht möglich", sagt Frank Kliem, Vizepräsident des Landesfeuerwehrverbands. Die Kreativität der Feuerwehrleute sei aber groß gewesen. So hätten sich beispielsweise interaktive Schulungen etabliert.

"Wenn wir etwas aus dieser Ausnahmesituation mitnehmen, wird es die Erkenntnis sein, dass die elektronischen Medien zukünftig noch intensiver Einzug halten werden", sagt Kliem. In einzelnen Bereichen sei das eine echte Alternative. "Sie spart Zeit, Aufwand und Kosten. Ein gesunder Mix aus E-Learning und Präsenzveranstaltungen wird der Weg der Zukunft sein", sagt der Vizepräsident.

E-Learning spielt auch bei der Potsdamer Feuerwehr seit Corona eine wichtigere Rolle. "Über den Stadtfeuerwehrverbund ist ein digitales Format aufgebaut worden, so dass ein Teil der Ausbildung über ein Online-Format absolviert werden konnte", berichtet Potsdams Stadtsprecherin, Juliane Güldner. Zur Kommunikation würden auch Videokonferenzen eingesetzt.

In Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) hatten Wehren in den Ortsteilen Aufgaben an ihre Kameraden per Whatsapp oder Email geschickt, wie Stadtwehrführer Steffen Müller berichtet. Für die Kinder- und Jugendfeuerwehr hatte Stadtjugendwehrwartin Jennifer Dürkoop kleine Rätsel und Malaufgaben rund um das Thema Feuerwehr vorbereitet. "Damit die Kinder und Jugendlichen nicht ganz aus der Übung kommen", sagt sie.

Bei Einsätzen sind Steffen Müller zufolge die Abstands- und Hygieneregeln penibel eingehalten worden. "Wir sind wegen der Corona-Regelungen auch mit mehr Fahrzeugen ausgerückt, damit die Kameraden nicht zu dicht zusammensitzen", berichtet der Stadtwehrführer. "Wegen der Abstandsregeln sind die gleichen Feuerwehren ausgerückt", sagt auch Güldner. Es werde ein Mund–Nasenschutz getragen, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden könnten, beispielsweise auf dem Löschfahrzeug, wo man sich hinten gegenübersitze. Im Rettungsdienst wird laut der Sprecherin, wenn Infektionsgeschehen bekannt seien, Mund-Nasenschutz getragen sowie mit Einweghandschuhen und Schutzkitteln gearbeitet.

Seit dem 25. Mai ist Juliane Güldner zufolge der Übungs- und Ausbildungsdienst im Bereich des Ehrenamts unter Auflagen wieder möglich. "Jetzt haben auf allen Ebenen die Ausbildungen wieder begonnen. Aber auch dort mit Einschränkungen", informiert auch Kliem. Die Abstandsregelungen erlaubten beispielsweise geringere Kapazitäten bei gleichem Aufwand. "Da werden wir uns einrichten müssen und neue Lösungsansätze finden", sagt der Vizepräsident.

Für viele Kinder- und Jugendfeuerwehren wird es die kommenden Tage wohl aber erstmal keine Ausbildungen und Treffen geben. "Der Feuerwehrnachwuchs versieht nach wie vor keinen Ausbildungs- und Übungsdienst", berichtet Güldner. Und auch in Wittstock werden sich die Jüngsten noch etwas gedulden müssen. "Wahrscheinlich wird es erst nach den Sommerferien wieder losgehen", sagt Müller.

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