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Einst und jetzt in Böhne
Vom Schloss war nur im Volksmund die Rede

Peter Wittstock / 12.06.2020, 07:00 Uhr
Böhne/Rathenow Aus dem Verlag von Johann Lindenberg stammt die historische Aufnahme vom damaligen Böhner Schloss. Die Ansichtskarte vom ehemaligen Herrensitz  im heutigen Rathenower Ortsteil ging am 1926 auf postalische Reise nach Mangelsdorf bei Jerichow. Im Vergleich zu anderen Schlössern ist der Begriff hier nicht ganz zutreffend. Als Schlösser werden gemeinhin eher Prunkbauten bezeichnet, was aber das Haus in Böhne keineswegs war. Im Volksmund hieß es eben Schloss, wohl in Anbetracht des Respekts gegenüber den Herrschaften, die dort lebten.  Nach Recherchen von Heike Brett und Hans-Jürgen Wodtke wurde der Herrensitz um 1810 erbaut. Eine Zeit, die mit den Raubzügen Napoleons durch Europa verbunden war.  Der im spätgotischen Stil winklig erbaute Herrensitz wurde auf Initiative der Jenny (Rufname) von Briest geschaffen, die ihrerseits zweite Frau des Franz Josef Briesen war. Hofseitig befanden sich an den Eingängen zwei Standbilder mit Rehen.  Aus der Dorfgeschichte ist überliefert, dass beim Großbrand 1836 das Gebäude der Herrschaften verschont blieb. Lediglich einige zum Gutsbezirk gehörende Katen und Teile des Parks wurden vom Brand schwer heimgesucht. Böhne selbst wurde nach der Katastrophe zeitnah wieder aufgebaut. Federführend dabei war die Familie Briesen, deren Vorstellungen weitgehend umgesetzt worden sind. Indem die abgebrannten Höfe in Höhe des heutigen Dorfplatzes der Rathenower Straße 3 nicht wieder aufgebaut werden durften, beanspruchten fortan die Briesens diese Flächen. In der weiteren Geschichte des Herrensitzes trat der spätere Rittmeister Robert Briesen die väterliche Erbfolge an. Nach dessen Tod ging der Besitz an seine Nichte, Mathilde von Kluge, geb. Briesen, über. Heute wird das ehemalige Herrenhaus zu Wohnzwecken genutzt, und wenig erinnert an die alte Zeit.

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