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Schwächelndes Wahrzeichen
Hotel und Events sollen Rennbahn Hoppegarten wieder rentabel machen

Dirk Schaal / 18.06.2020, 17:48 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Rennbahn oder nicht, auf diesen einfachen Nenner brachten es einige der geladenen Gemeindevertreter aus Hoppegarten und Neuenhagen vor der Veranstaltung. Die Rennbahn wollte schon konkretere Planungen für das Gelände vorlegen, die jedoch als "Testentwurf" lediglich eine Diskussionsgrundlage darstellen sollten. "Wenn wir 40 Renntage im Jahr hätten, bräuchten wir uns überhaupt keine Gedanken um die Wirtschaftlichkeit der Rennbahn machen. Aber die haben wir nicht", sagte Geschäftsführer Peter Hoeck Domig zu Beginn der informellen Präsentation des städtebaulichen Konzeptes, das die drei Säulen Racing, Events sowie Landmark (die Entwicklung als Arbeits- und Lebensort) beinhaltet.

Durch Umnutzung, Modernisierung und Umstrukturierung soll der Pferdesportbereich effizienter werden. Die Belebung der Neuenhagener Trainierbahn mit zusätzlichen Ställen soll weiteren Zulauf auch für die Rennbahn bringen. Acht bis elf Rennen finden derzeit jährlich statt. Als Zielsetzung werden bis zu 15 Rennen genannt. Davon könnten bis zu vier Abendrenntage (derzeit einer) werden.

Die Veranstaltungen werden in drei Kategorien unterschieden. Kleine bis mittelgroße Events mit bis zu 10 000 Besuchern sollen wie bisher weitergeführt werden. "Die sind meistens kaum zu bemerken", beschrieb Hoeck Domig. Die Anzahl der "mittleren Veranstaltungen" mit bis zu 30 000 Gästen soll sich auf sechs verdoppeln. In die Kategorie fallen "Schlagerhammer",  "90er Live" und das Mittelalterfestival.

Zusätzlich soll einmal im Jahr eine mehrtägige Großveranstaltung stattfinden dürfen für bis zu 85 000 Besucher pro Tag. Jedoch soll in den ersten fünf Jahren die Zuschauerzahl langsam auf bis zu 50 000 gesteigert und nach drei Jahren mit der Gemeinde abgewogen werden, ob eine Erhöhung denkbar ist. Gleichzeitig will die Rennbahn den Schutz der Anwohner erhöhen und tragbare Verkehrs- und Sicherheitskonzepte entwickeln. Die Regelung dazu soll in einem städtebaulichen Vertrag festgehalten werden.

Als weitaus spannender wurde von den anwesenden Gemeindevertretern und Verwaltungsmitarbeitern die bauliche Planung des Rennbahngeländes erwartet. Der Berliner Architekt Stefan Klinkenberg erläuterte die Nutzungsbereiche. Am Kreisel, gegenüber Rewe, soll ein Gebiet mit Gewerbe entstehen, Einbezogen wird auch der alte Vierseitenhof. Vorstellbar wären Praxen von Ärzten und Veterinären sowie Büroräume und kleinteiliges Gewerbe. Ein Neubau soll entstehen und vorhandene Gebäude für die neue Nutzung ertüchtigt werden. Entstehen sollen dort auch 120 Gartenboxen für Rennpferde.

Auch der Rennsportbereich, der sich vom Kassenbereich bis zu den Tribünen erstreckt, wird aufgewertet. Das alte Rechengebäude neben den Kassen an der Rennbahnallee wird Gastronomie beherbergen und wie der Biergarten auch außerhalb von Veranstaltungen geöffnet haben. Südlich an die Tribünen anschließend, aber denkmalgerecht außerhalb der Flucht, könnte ein Hotel entstehen. Bis zu 240 Zimmer sind vorstellbar wie auch ein 2000 Quadratmeter großer Veranstaltungsbereich. Vorgelagert ist eine große Parkplatzfläche. Rennbahnallee und Gehweg werden verbreitert, ein Radweg führt bis zur B 1. Der Lieferverkehr soll dann hauptsächlich über die erste Einfahrt der Goetheallee führen, mit eigener Abbiegespur.

Bis zu 270 Wohnungen

Das bei den Anwesenden umstrittenste Projekt ist die Wohnbebauung in der Goetheallee, die sich an der Umgebung orientieren soll. Da wo jetzt die Kompaktställe stehen, könnten bis zu 270 Wohneinheiten Platz finden. Bis zu viergeschossige Mehrfamilienhäuser, Seniorenapartments, Büros und eine Kita mit 120 Plätzen sieht der Entwurf vor. Eine Tiefgarage mit 220 Stellplätzen soll das Gebiet möglichst verkehrsfrei halten.

In der anschließenden Diskussion war die Wohnbebauung größter  Knackpunkt. Zu groß, zu hoch, zu urban, lauteten Einwände. Hoeck Domig brachte mehrmals ein, dass der Entwurf nur eine Diskussionsgrundlage sein soll. Ein schlüssiges Verkehrs- und Sicherheitskonzept wurde vermisst, um die geplanten Großveranstaltungen durchführen zu können.

Bis August will die Rennbahn Anregungen in das Konzept einfließen lassen und dann erneut einladen. Bis Dezember rechnet die GmbH mit einer Zustimmung zur Änderung.

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