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Sport trotz Corona
Unverständnis über Öffnungen von Turnhalle in Hoppegarten

Im Ausfallschritt: Trainerin Katja Schrader macht mit kleinen Gruppen, großem Abstand und Hygienekonzept den Seniorensport in der Judohalle vom SC Dynamo Hoppegarten.
Im Ausfallschritt: Trainerin Katja Schrader macht mit kleinen Gruppen, großem Abstand und Hygienekonzept den Seniorensport in der Judohalle vom SC Dynamo Hoppegarten. © Foto: Dirk Schaal
Dirk Schaal / 20.06.2020, 03:00 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Es ist eine lange Zeit, in der kaum gemeinsamer Sport stattfinden konnte. Während es im Freien, ausgenommen beim Kontaktsport, kaum noch Beschränkungen gibt, ist die körperliche Betätigung in Turnhallen immer noch mit vielen Auflagen belegt. Voraussetzungen dafür sind ausreichende Hygienekonzepte, die zusammen mit den Kontaktbeschränkungen einen Rahmen bilden, der die sportliche Ausführung oftmals sehr einengt. Das führt nicht selten dazu, dass Angebote trotz begrenzter Turnhallenöffnung ausgesetzt werden, weil es die Ausführung zu sehr einschränkt.

Trotz aller Auflagen hat sich Dynamo Hoppegarten dazu entschieden, den Reha- und Seniorensport stattfinden zu lassen. Die freiberufliche Übungsleiterin Katja Schrader aus Neuenhagen atmet wieder auf. "Ich mache das schon sehr viele Jahre. Es ist schon komisch, wenn man von einem Tag auf den anderen zum Nichtstun verurteilt ist. Natürlich hat man auch keine Einkünfte, wenn man das freiberuflich macht. Gewöhnen kann man sich an solch eine Situation nicht, nur abfinden muss man sich. Ich bin froh, dass es jetzt, wenn auch eingeschränkt, wieder losgeht", sagt die Trainerin nach einer Einheit Seniorensport.

Vier Gruppen mit je 15 Senioren trainieren in der Judo-Halle von Dynamo. Dazu kommen etwa 150 Reha-Sportler, die auch in Gruppen unterteilt sind. Durch die ausgelegten Judomatten kann man den Abstand zum Nachbarn leicht abschätzen. Desinfektionsmittel sind überall verteilt, regelmäßig wird geputzt. Was an Hygiene gefordert ist, wird dort umgesetzt. "Das war auch der Grund, warum ich das Angebot sofort angenommen habe", erklärte die Hoppegartenerin Lydia Erler. Drei Monate war Pause mit Seniorensport. "Da merkt man richtig, wie unbeweglich man wird. Ich habe es auf eigene Faust versucht währen der Corona-Pause, mit schmerzhaftem Erfolg. Zum Glück geht es jetzt wieder", fügte sie hinzu.

Arm dran sind dagegen die Hoppegartener Senioren im Ortsteil Hönow. "Seit März geht hier nichts in Sachen Turnhallennutzung", sagt Ingrid Radant. Etwa 90 hauptsächlich Frauen halten sich dort unter der Federführung des Kreissportbundes fit. Darüber hinaus war es gleichzeitig sozialer Treffpunkt. Auch in Ermangelung anderer Möglichkeiten in Hönow. "Wir haben viele dabei, die allein stehend sind und auch so kaum Kontakte haben, die sind besonders betroffen. Viele verstehen nicht, warum Dahlwitz darf und Hönow nicht", erklärt Ingrid Radant.

Betreiber ist verantwortlich

Auf Anfrage der MOZ antwortete die Gemeindeverwaltung, dass die Öffnung unter den Auflagen dem Betreiber einer Sporthalle obliegt. Im Fall der Judohalle ist es der SC Dynamo, in Hönow ist es die Gemeinde. Die Verwaltung wird die Hallen jedoch nicht vorm Schulbeginn im August öffnen, da in den Ferien geplante Sanierungs- und Reinigungsarbeiten durchgeführt werden.

In Hönow hofft man dennoch auf ein Entgegenkommen der Verwaltung. Auch Sport unter freiem Himmel wurde dort schon überlegt, aber in der prallen Sommersonne entstehen gerade für die Senioren andere Gefahren.

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