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Verfallene Gebäude
Bürger für Liebenwalde haben Ideen für die Wassermühle

Ein Aushängeschild für Liebenwalde ist die Ruine der ehemaligen Wassermühle nicht.
Ein Aushängeschild für Liebenwalde ist die Ruine der ehemaligen Wassermühle nicht. © Foto: Volkmar Ernst
Volkmar Ernst / 20.06.2020, 09:00 Uhr - Aktualisiert 20.06.2020, 09:23
Liebenwalde (MOZ) Die Gebäude der ehemaligen Wassermühle in Liebenwalde sind wahrlich kein Schmuck für die Stadt. Das Dach fehlt zu weiten Teilen, das Mauerwerk bröckelt, die noch in den Fenstern vorhandene Glasscheiben sind blind.

Dennoch hat das Gebäude etwas, wie es da so trostlos an der Zehdenicker Straße und neben dem Graben steht, der Mühlen- und Beverinsee miteinander verbindet. Ein Glück für das Gebäude ist, dass der prächtige und üppig wuchernde Baumbestand am Graben als natürliche Barriere nicht nur den ruinösen Zustand des Gebäudes verdeckt, sondern ihm dadurch auch Schutz zukommen lässt.

Soweit die idyllische Bestandsaufnahme. Die traurige Realität ist, dass das Gebäude irgendwann in sich zusammenfällt und einfach verschwindet, wenn nicht schnellstens Rettungsmaßnahmen ergriffen werden.

Genau darauf zielen die Aktivitäten der Wählergemeinschaft Bürger für Liebenwalde (BfL) ab, wie Willi Fechner in einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärt. "Wir wissen, dass sich die Immobilie im Besitz einer Erbengemeinschaft befindet und die Stadt an dieser nur minimal beteiligt ist. Wir kennen auch den Zustand des Gebäudes, und genau der ist der Grund für unser Engagement. Wenn wir nicht aufpassen, ist die Mühle verschwunden, und damit geht auch ein Stück Identität Liebenwaldes verloren. Denn eine Wassermühle ist schon etwas besonderes, deshalb sollten wir versuchen, sie zu erhalten. Wichtig ist, in einem ersten Schritt wenigstens Sicherungsmaßnahmen auszuführen, damit Wind und Wetter nicht noch mehr Schaden anrichten. Eine Plane als provisorische Dachabdeckung könnte helfen", so Willi Fechner.

Weiterhin kann er sich vorstellen, dass die Stadt die Immobilie erwirbt und eine Planung erstellt, wie diese ausgebaut und schließlich genutzt werden kann. Für die Wählergemeinschaft ist sowohl eine öffentliche Nutzung als auch eine private denkbar. "Vielleicht könnte sich ähnlich wie in Mühlenbeck ein Mühlenverein gründen, der sich sowohl für die Rettung des Gebäudes als auch für seine spätere Nutzung einsetzt. Zu erfahren, wie eine Wassermühle arbeitet, das kann bestimmt Besucher anlocken", so Fechner. Lesungen, Konzerte oder andere öffentliche Veranstaltungen könnten das Angebot ergänzen. Doch auch eine rein private Nutzung kann sich die BfL vorstellen. Wohnungen wären eine Möglichkeit, Gewerberäume für die IT-Branche oder anderes nicht störendes Gewerbe beziehungsweise Büros eine andere. Für die Mitstreiter und Wähler der BfL verspricht Willi Fechner, das Thema zu verfolgen.

Gewerbe für die Gärtnerei

Dass nun endlich Planungen für das ehemalige Gärtnereigelände an der Havelstraße vorliegen, freut die Mitglieder der Wählergemeinschaft. Eher skeptisch sehen sie die angedachte Nutzung des Areals als Wohnbaufläche. "Das alte Gärtnereigebäude sieht eigentlich sehr schön aus. Es zu erhalten, wäre aus unserer Sicht eine Alternative", so Fechner. Anstelle einer Wohnbebauung kann sich die BfL eine gewerbliche Nutzung gut vorstellen. Die Lage am Rande der Stadt und die damit verbundene gute Erreichbarkeit wären aus ihrer Sicht Vorteile für eine Gewerbeansiedlung.

Ein anderes Thema, von dem die Wählergemeinschaft nicht lassen will, ist die Parksituation auf dem Marktplatz. Hier sehen die Kommunalpolitiker keinen Grund, warum Kraftfahrzeuge nicht auch auf der versiegelten Mittelfläche abgestellt werden dürfen. "Wenn Markttag ist oder Veranstaltungen geplant sind, dann verbietet sich das. Aber so lange Parkplätze im Zentrum rar sind, sollten wir das Areal als zusätzliche Stellfläche nutzen", so Fechner.

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