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Zeugnisse
Schüler in Neutrebbin und Letschin gehen in die Ferien

Anett Zimmermann / 23.06.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 23.06.2020, 09:33
Letschin/Neutrebbin (MOZ) "Es ist das dritte Mal, dass ihr Ganzjahreszeugnisse bekommt", erinnert Jana Poschitzki am Montagvormittag ihre Schützlinge an der Theodor-Fontane-Schule in Letschin. Mit dabei ist Erzieherin Annette Zepf, die einen Teil der Kinder im Ferienprogramm des Hortes wiedersehen wird. Vor beiden sitzen gespannt 13 der 27 Drittklässler.

Seit 25. Mai ist die Klasse in zwei Gruppen geteilt. Wie vorher schon im Computerunterricht. So sei für die Kinder zum Start nach der coronabedingten Schulschließung seit 18. März nicht alles ungewohnt gewesen. Aber doch vieles. Vom Händewaschen bis hin zum separaten Ausgang, damit sich Schüler verschiedener Klassen möglichst nicht begegnen.

Vorteil in Corona-Zeiten: Waschbecken im Klassenraum

Vorteil der Drittklässler: Ihr Raum verfügt über ein Waschbecken. "Das bedeutete für sie weniger Schlangestehen und der Ausgang ist gleich um die Ecke", erzählt Jana Poschitzki, die die eine Hälfte der Klasse montags und mittwochs vom Schultor in den Unterricht holte, die andere dienstags und donnerstags. Und so steht diesmal noch eine weitere Zeugnisausgabe an.

Dann werden an der Tafel unter einer mit Kreide gemalten Sonne wieder Wörterbuch-Führerscheine in Bronze für die Kinder hängen, die diesen Leistungstest bestanden haben. In die Mitte hat die Lehrerin die Namen der Mädchen und Jungen geschrieben, die sich dann erst nach den Ferien am 10. August wieder im Klassenverband sehen werden. Für jeden Drittklässler gibt es neben dem normalen Zeugnis auch einen individuell gestalteten Orden als Ansporn und ein Extra-Zeugnis, in dem unter anderem steht, dass Noten nicht alles sagen.

Aufgaben in den Sommerferien

Jana Poschitzki ist sichtlich stolz, dass alle versetzt werden können. "Seid nicht traurig über die eine oder andere nicht so gute Note", gibt sie ihnen mit auf den Weg und fordert: "Habt den Mut, es in der vierten Klasse dann besser zu machen." Deshalb hätten einige auch mehr Aufgaben für die Ferien bekommen, um sich auf den Start des neuen Schuljahrs gut vorbereiten zu können.

Auf Händeschütteln oder ein aufmunterndes Streicheln über den Kopf muss bei der Zeugnisübergabe diesmal verzichtet werden. Aber kleine Freudentränen und Beifall der Klassenkameraden fehlen nicht. Auch für das sonst übliche gemeinsame Eisessen haben die Lehrerin und die Erzieherin eine Ersatzvariante gefunden. Und so darf sich jeder Schüler noch eine buntes Schächtelchen nehmen, in dem eine Nascherei und ein Gutschein für Philipps Eiscafé stecken. "Vielleicht machst du ja einen Radausflug mit Oma dorthin", regt Jana Poschitzki eines der Mädchen an.

Ab August hofft man in Neutrebbin auf Normalbetrieb

Gabriele Paetzel vom Neutrebbiner Schulzentrum "Am Friedensplatz" hat ihrer 4b keine Hausaufgaben mitgegeben. "Die Corona-Zeit war für die Familien stressig genug", sagt sie. Eltern hätten jedoch gefragt, ob sie die Schulbücher noch behalten dürfen, fügt sie hinzu. Das sei kein Problem, aber sie habe allen gesagt: "Macht jetzt Ferien." Im Lehrerkollegium werde noch besprochen, was an Lernstoff nicht geschafft worden ist und wie darauf reagiert werden soll. In den Klassenstufen 4 und 6 habe sie in Deutsch zum Beispiel nur einen Aufsatz nicht mehr schreiben lassen können.

Für die Sechstklässler sei sogar eine gemeinsame Zeugnisübergabe mit wenigstens einem Elternteil und dem Klassenlehrer in der Turnhalle vorgesehen. "Damit sich alle noch einmal sehen, ehe es für viele Kinder an andere weiterführende Schulen geht", sagt Gabriele Paetzel und verweist darauf, dass ja bereits die Abschlussfahrt abgesagt werden musste.

Ab August hofft auch sie auf den Normalbetrieb. Die Hinweise dazu aus dem Bildungsministerium habe sie am Sonntagabend gelesen. "Mal schauen, was wir jetzt noch erledigen müssen. Die Schulleitung wird sich zudem bereits vor der Vorbereitungswoche zusammensetzen. Auch wir Lehrer freuen uns, dass jetzt erst einmal Ferien sind."

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