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Corona
Benefiz-Yoga mit Regenmacher in Libbeninchen

Kathrin Müller gibt Yoga-Kurse in Libbenichen. Für ihre Teilnehmerinnen hat sie sich trotz Corona etwas einfallen lassen. Für die Benefiz-Stunde hatte sie Gong, Klangschalen, Zimbeln (Glöckchen), Donner- und Rahmentrommel, Ocean-Drum, Regenmacher, Zanzula und Koshi-Windspiele dabei.
Kathrin Müller gibt Yoga-Kurse in Libbenichen. Für ihre Teilnehmerinnen hat sie sich trotz Corona etwas einfallen lassen. Für die Benefiz-Stunde hatte sie Gong, Klangschalen, Zimbeln (Glöckchen), Donner- und Rahmentrommel, Ocean-Drum, Regenmacher, Zanzula und Koshi-Windspiele dabei. © Foto: Anett Zimmermann/MOZ
Anett Zimmermann / 02.07.2020, 04:00 Uhr
Libbenichen (MOZ) Es ist eine besondere Yoga-Stunde an diesem Abend in Libbenichen. Normalerweise leitet Kathrin Müller Kurse für bis zu neun Frauen in einem extra dafür eingerichteten Raum im Dachgeschoss ihres Hauses. Dreimal in der Woche.

Die noch geltenden Abstandsregeln lassen ein Treffen am angestammten Ort bisher allerdings nicht zu.

So liegen nun Matten, Kissen und Decken zwischen Gewächshaus und Spielplatz der Enkelkinder im hinteren Teil des Gartens bereit. Die 52-Jährige hat alle ihre Teilnehmerinnen zu einer Klang-Yoga-Stunde eingeladen. Und das Gros hat dieses Angebot gern angenommen. Die wenigsten Frauen haben urlaubsbedingt abgesagt. Die Regenhusche am Nachmittag ließ einige jedoch an der Durchführbarkeit des Vorhabens zweifeln. Sie haben dadurch wirklich etwas verpasst!

Ungewöhnliche Situation

Denn: Clärchen zeigt sich von seiner besten Seite und selbst in der Nachbarschaft ist es auffallend ruhig. Nur die Vögel scheinen zu zwitschern, Insekten zu summen. Müllers Katze bleibt irritiert an der Wiese stehen und drückt sich dann nahe dem Zaun Richtung Haus vorbei. Selbst die Hunde auf dem Grundstück nebenan trollen sich ohne ein Bellen davon.

Kathrin Müller, die die Anwesenden mit Worten, Mantra-Gesängen und zarten Klängen durch anderthalb Stunden führt, bekommt das durchaus mit. Die Frauen sollen dagegen entspannen, die Augen meist geschlossen halten. Ihren Gesichtern ist anzusehen, dass sie ganz bei sich sind und froh, wieder gemeinsam etwas für sich zu tun. "Allein macht das keinen Spaß", ist später zu hören und auch, dass man sich in einer Woche gern wiedersehen würde. Die Yoga-Lehrerin muss lachen, hat ein, zwei solcher Angebote den Sommer über noch im Hinterkopf. Aber vorher hat sie, die tagsüber als Sachbearbeiterin im Ordnungsamt der Stadt Frankfurt arbeitet, selbst ein paar Tage frei.

Mit ihren Kursteilnehmerinnen ist sie per Du. "Das ist beim Yoga einfach so", sagt Kathrin Müller und stimmt Neulinge darauf ein. Genauso wie sie deren Motivation erfragt. Viele Krankenkassen bieten ihren Mitgliedern Gesundheitskurse an, übernehmen einen Teil der Kosten. Auch Kathrin Müller ist dafür zertifiziert. "Die Frauen müssen allerdings wenigstens acht der zehn Einheiten pro Kurs besuchen", weiß sie und auch, dass etliche danach dabeibleiben, die eine oder andere sogar Einzelstunden nimmt. Dennoch sei immer wieder mal ein Platz frei. Nach einer Operation zum Beispiel müsse in den meisten Fällen eine Yoga-Pause eingelegt werden. Oft mindestens für ein halbes Jahr.

Familie, Beruf, Grundstück und Kurse – wie kann Kathrin Müller da überhaupt entspannen, selbst Yoga machen? Sie verweist auf die Morgenstunden und ihr bereits im Bett beginnendes Begrüßungsritual für jeden Tag. Und darauf, dass sie auch erst einmal meditiert, wenn sie nach der Zeit im Büro nach Hause zurückkehrt In den vergangenen Wochen habe sie ihr Yoga sogar intensiviert, erzählt sie und fügt hinzu: "Das war für mich ein Weg, klar zu kommen."

Wie sie zum Yoga gekommen ist? "Es hat mich gefunden", ist sie sicher und kann sich noch gut daran erinnern, wie sie aus Interesse vor mehr als 15 Jahren einen Kurs bei einer Physiotherapeutin belegt hat. "Das war recht sportlich orientiert. Für mich war Yoga aber etwas anderes und das habe ich bei weiteren Kursen unter anderem bei Susanne Karafiat in Frankfurt erfahren."

Stets auf der Suche

Immer intensiver habe sie sich damit beschäftigt und begonnen, an der Volkshochschule Märkisch-Oderland zu unterrichten. "Ich absolvierte eine zweijährige Hatha-Yoga-Ausbildung in Berlin und wollte mich weiter testen." Ein Entspannungskurs, Yoga für den Rücken, auch Faszien-Yoga aus der anderen Perspektive folgten. "Jedes Jahr etwas anderes", sagt Kathrin Müller. So sei sie auch auf die Klangschiene gekommen. Wenigstens ein Element daraus habe sie inzwischen in jeder Einheit eingebaut.

An diesem Abend bringt sie die Frauen mit der Anfangsentspannung aus vielfältigem Geplapper in Ruhe, um sie dann unter anderem über Atemübungen und die acht Bewegungsrichtungen der Wirbelsäule mit auf eine Klangreise zu nehmen. Der Erlös geht übrigens an den Seelower Tierschutzverein. Und Kathrin Müller will sich als Nächstes stärker dem Hormon-Yoga nach Dinah Rodrigues widmen.

Kontakt: Telefon 0162 9284672 oder per E-Mail an lotus-yoga@freenet.de.

Teil des Weltkulturerbes

Yoga stammt ursprünglich aus Indien und tauchte als Begriff schon vor mehr als 2000 Jahren auf. Dabei handelt es sich um eine philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen beziehungsweise Praktiken und auch eine enthaltsame Lebensweise umfasst. Es gibt viele verschiedene Formen des Yoga. Moderne Formen des Westens, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts aufkamen, eingeschlossen. Diese unterscheiden sich jedoch vom traditionellen Yoga mit seinen sehr viel komplexeren Lehren und Praktiken. Seit 2016 ist Yoga als Immaterielles Weltkulturerbe der Unesco anerkannt.⇥azi

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