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Zu wenig Klassenräume
Kremmen setzt auf Grundschul-Container für 250 000 Euro

Die Goethe-Grundschule in Kremmen braucht dringend weitere Klassenräume.
Die Goethe-Grundschule in Kremmen braucht dringend weitere Klassenräume. © Foto: Marco Winkler
Marco Winkler / 02.07.2020, 08:12 Uhr
Kremmen (MOZ) Kremmen Finanzsituation ist diffizil. Deshalb muss für diverse Projekte Geld umgeschichtet werden. Die Abgeordneten debattieren nächste Woche:

Container: Als die Stadtverordneten den Haushalt für 2020 festzurrten, stellten sie 40 000 Euro für zwei zusätzliche Container-Klassenräume für die Goethe-Grundschule ein. Doch der Bedarf ist höher. Vier Klassenräume werden benötigt, eine Doppelnutzung für Schule und Hort ist erforderlich. "Die zur Verfügung stehenden Mittel reichen nicht aus, um die notwendigen Liefer- und Dienstleistungen zu beauftragen", heißt es aus der Verwaltung. Die Schätzung der Gesamtkosten für Errichtung und Miete der Container für zwei Jahre: mehr als 250 000 Euro.

"Wir gehen nicht an unsere Rücklagen", sagt die Stadtverordnetenvorsitzende Stefanie Gebauer (UWG/LGU). "Das ist lobenswert. Wir schichten Geld aus dem laufenden Haushalt um." Unter anderem wird das ursprünglich für Veranstaltungen geplante Geld (Kremmen läuft, Drachenbootrennen, Erntefest) genutzt. Weitere Posten, die in die Container fließen: Zuschuss FC Kremmen (2 000 Euro), Begrüßungsgeld Neugeborene (4 000 Euro), Besuch Partnerstadt in Polen (6 000 Euro), Vorhaltekosten Winterdienst (20 000 Euro), Erwerb von Vorräten (40 000 Euro), Digitalisierung der Verwaltung (12 200 Euro). Am Ende kommen so 225 000 Euro zusammen. Viele Projekte waren in der von den Abgeordneten abgelehnten Haushaltssperre enthalten.

Fußgängerbrücken: Insgesamt 410 000 Euro sollen die beiden Brücken über den Ruppiner Kanal (Dehmelweg, Hörstegraben) kosten. Besonders die Auflagen der unteren Naturschutzbehörde führten zu "erheblichen Mehrkosten", so die Verwaltung in ihrer Begründung, weitere 180 000 Euro für die Umsetzung freizugeben.

Gebauer spricht von einer Kostensteigerung in diesem Jahr von 60 000 Euro. Das Projekt wird zu 75 Prozent gefördert. "Wir müssen aber die komplette Summe darstellen, nicht nur den zu leistenden Eigenanteil." Die aktuell freigegebene Mittel reichen nicht aus, um Bauleistungen zu beauftragen. Das Geld werde aus dem Konto "Kommunaler Straßenbau" übertragen, erklärt Stefanie Gebauer. Unter anderem sei der Gehweg an der Straße der Einheit günstiger geworden und der Weg an der Flatower Straße wird nicht realisiert.

Rettungsschwimmer: Damit der Badebetrieb am Kremmener See sichergestellt wird, will sich die Stadt mit 4 000 Euro an den Kosten für einen Rettungsschwimmer beteiligen. Bedingung für Seelodge-Betreiber Robert Baumgart: Er muss die Badestelle bis 31. August dieses Jahres an vier Tagen in der Woche der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Die Punkte werden im Ortsbeirat Kremmen am Montag (19 Uhr, Ratssaal) und im Stadtparlament am Donnerstag, 9. Juli, in der Stadtparkhalle diskutiert.

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