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Verkehr
Glienicke und Landkreis prüfen Pförtnerampel

An der Ortsgrenze zu Glienicke sollen an zwei Reinickendorfer Straßen Blumenkübel - hier eine Fotomontage  – aufgestellt werden, um den motorisierten Durchgangsverkehr zu unterbinden. Glienicke und der Landkreis schlagen nun vor, eine Ampel aufzustellen.
An der Ortsgrenze zu Glienicke sollen an zwei Reinickendorfer Straßen Blumenkübel - hier eine Fotomontage – aufgestellt werden, um den motorisierten Durchgangsverkehr zu unterbinden. Glienicke und der Landkreis schlagen nun vor, eine Ampel aufzustellen. © Foto: Montage: Jörn Krause
Heike Weißapfel / 02.07.2020, 16:56 Uhr
Glienicke (MOZ) Zunächst ist es nur ein Prüfauftrag an die Verwaltung von Glienicke und das Landratsamt. Ob eine sensorisch gesteuerten Ampel mit Geschwindigkeitsüberwachung, die je nach Verkehrsaufkommen auf Rot schalten würde, an der Alten Schildower Straße sinnvoll wäre, soll die Kommune in einem gemeinsamen Projekt mit dem Landkreis prüfen. Den Antrag dazu haben die Glienicker am Dienstagabend beschlossen, ebenso wie zuvor der Kreistag. Damit soll auch ein Weg gesucht werden, den Streit zwischen Reinickendorfer und Glienicker Anwohnern an der Straße beizulegen und die Straßensperrungen im Waldseeviertel verhindern. Solche Ampeln gibt es bisher im Kreis noch nicht. Es geht bei der sogenannten Pförtnerampel vor allem darum, den Verkehr zu beeinflussen und Staus zu vermeiden.

"Ich finde das eine ganz tolle Initiative", unterstützte Karsten Wundermann (B 90/Die Grünen) den Antrag von SPD und Piraten. Ihm gehe es dabei aber nicht vorrangig um Reinickendorfer Bürger, "sondern um die Glienicker, die an der Alten Schildower Straße wohnen und die sich beklagen, dass die Verkehrsbelastung sehr hoch ist. Wenn das helfen würde, wäre es super."

Michael Eggenstein (AfD) hielt es dagegen für nicht sinnvoll, Entscheidungen oder Klagen vorzugreifen. "Die Reinickendorfer wollen nicht reden. Sie wollen, dass wir vor Gericht ziehen, wenn sie diese Kübel da hinstellen", vermutete Eggenstein. "Die Raser rutschen durch, und danach stehen dann die Autos drei Minuten an der roten Ampel. Damit tut man den Anwohnern keinen Gefallen.

Auch Dr. Ulrich Strempel (CDU), plädierte dafür, den Antrag zurückzuziehen. "In der Angelegenheit sind nicht wir am Zug, sondern die Reinickendorfer." Da Kreisdezernent Matthias Rink angekündigt habe, alle Betroffenen an einen Tisch bringen zu wollen, sollte dies auch abgewartet werden. "Wir werfen den Reinickendorfern ahistorisches Verhalten vor – und wir stellen eine Ampel hin. Das ist eine einzige Eulenspiegelei." Diese Ampeln seien zudem sehr teuer, würden Staus hervorrufen und seien damit auch ökologisch schlecht.

Er sei "hin- und hergerissen", gab Christian Hortien (GBL) zu. "Ich bin skeptisch, ob das funktioniert, aber hochinteressiert." Carla Affeldt (GBL) schlug vor, auch die Reinickendorfer noch zu dem Versuch einzuladen. "Wir sind mit Reinickendorf im Gespräch", erklärte dazu die stellvertretende Bürgermeisterin Jana Klätke. "Dieses Avisieren eines runden Tisches ist auch in unserem Interesse. Der ist ja von allen gewünscht, auch von den Initiativen."

Die Pförtnerampel sei für Berlin schon einmal erwogen, aber dann wieder verworfen worden, so Klätke. "Wenn eine Ampel, wo auch immer, installiert wird, dann sind umfängliche Untersuchungen notwendig."

In der namentlichen Abstimmung sprachen sich schließlich zehn Gemeindevertreter für den Prüfantrag aus, sieben lehnten ihn ab.

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