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Einbruchserie
Blitzraub in der Shell-Tankstelle in Angermünde

Daniela Windolff / 02.07.2020, 17:00 Uhr
Angermünde (MOZ) Die demolierte Eingangstür der Shell-Tankstelle in der Prenzlauer Straße ist stummes Zeugnis eines Ereignisses, das noch heute die Mitarbeiter in Schrecken versetzt. In die Angermünder Tankstation wurde eingebrochen und der gefüllte Tresor aus der Wand gerissen – die Täter transportierten ihn mit einem Fahrzeug ab. Der Einbruch liegt einige Tage zurück und passierte in der Nacht zum 22. Juni. Die Pressestelle der Polizei informierte erst im Nachhinein auf Anfrage dieser Zeitung über diese Tat.

Die unbekannten Täter gingen dabei äußerst rabiat und blitzschnell vor. Die ganze Aktion dauerte nur wenige Augenblicke. Obwohl die Polizei schon drei Minuten nach Auslösen des Alarms eintraf, waren die Täter bereits über alle Berge. Die Shell-Station liegt am Angermünder Stadtrand, wodurch es keine direkten Nachbarn gibt. Die unmittelbar angrenzende B 198 macht eine schnelle Flucht in alle Richtungen leicht. Die Polizei hatte in der Nacht sofort einen Angermünder Mitarbeiter der Shell-Station angerufen, der zum Tatort eilte.

Auch der Pächter aus Neustrelitz, wurde informiert. Durch die gewaltsame Öffnung der Eingangstür wurde die Alarmanlage ausgelöst und auch der Innenraum des Tankstellenshops vernebelt.

Trotz der verhinderten Sicht gingen die Täter offenbar sehr zielgerichtet und professionell vor. Doch sie hinterließen nicht nur einen enormen Sachschaden, sondern auch etliche Spuren, die die Polizei sicherte. "Es gab im Land Brandenburg mehrere Angriffe auf Shell-Tankstellen, deren Begehungsweisen sich ähnlich sind. Derzeit werden eventuelle Zusammenhänge geprüft. Zu Einzelheiten der Ermittlungen können wir keine Auskünfte geben", bestätigt Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß. Das Shell-Team ist zwar erleichtert, dass es kein Überfall auf Mitarbeiter war und kein Mensch zu Schaden kam, doch die Verunsicherung sei groß. Vor allem im Winter, wenn es zeitig dunkel wird, beschleiche die Angestellten immer ein mulmiges Gefühl, gestehen sie.

Abgeschnittene Zapfschläuche

Tatsächlich werden immer wieder Shell-Tankstellen überfallen und ausgeraubt. Im Juni in Rosenheim, im Mai in Frankfurt, im April in Illertissen, im Januar in Rathenow ... Zwar sind die aktuellen Taten in Brandenburg keine bewaffneten Raubüberfälle, sondern nächtliche Einbrüche außerhalb der Öffnungszeiten, doch beruhigen kann das die Angermünder-Shell-Leute nicht. Noch immer ist auch ein Angriff auf die Station vor rund zwei Jahren nicht geklärt, als die Benzinschläuche der Zapfsäulen mutwillig abgeschnitten wurden. Auch wenn das zwei ganz unterschiedliche Taten sind, bleibt doch Verunsicherung. Und Frust.

Die Shell-Station ist nach der Spurensicherung am Tatort und dem Aufräumen wieder geöffnet. Doch das Geschehen ist hier täglich Gesprächsstoff. Schon, weil die demolierte Tür nicht zu übersehen ist, die Kunden nachfragen. Eine neue Tür ist in Auftrag gegeben worden. Bis sie eingebaut ist, bezieht jede Nacht der Wachschutz Posten vor dem Eingang. Der Tresor wird täglich geleert.

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