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Verkehr
A10-Beton wird bei Erkner zu Krümeln

Annette Herold / 02.07.2020, 19:29 Uhr - Aktualisiert 03.07.2020, 13:18
Erkner (MOZ) Autofahrer brauchen derzeit Geduld, wenn sie zwischen Erkner und Rüdersdorf auf dem Berliner Ring unterwegs sind. Höchstens Tempo 80 ist erlaubt, und statt sechs Fahrspuren gibt es nur vier, allesamt auf der Fahrbahn, die eigentlich nur in Richtung Süden führt. Nebenan wird gebaut. Die Straße gleicht einem schlechteren Landweg. Damit ist Andreas Müller, Chef der Autobahnmeisterei Erkner, ganz zufrieden. Die Bauarbeiten liegen im Plan, wie er sagt. Ab 7. Oktober soll der Verkehr wieder regulär rollen.

Wenn die Autofahrer schon Geduld brauchen, muss Stefan Schulz die Langmut in Person sein. Autos passieren die acht Kilometer lange Baustelle binnen ein paar Minuten. Der Maschinist braucht mit dem Betonbrecher, den er von seinem Bagger aus mit einer Fernbedienung steuert einen ganzen Arbeitstag für gerade mal 100 Meter. Und eine ganze Menge Beton, wie er berichtet: Täglich zerbröselt die riesige Maschine 1300 bis 1500 Tonnen davon. Je nach Bedarf wird der Beton auf Krümelgröße oder in  größere Stücke zermahlen.

Ein Teil davon wird angefahren, aber eine nicht unbeträchtliche Menge bleibt nach Worten von Andreas Müller gleich auf der Baustelle und wird als Unterbau für die neue Fahrbahn verwendet.

Bevor der Neubau starten kann, haben Maschinist Schulz und seine Kollegen noch mit der Demontage der alten Fahrbahn zu tun. Die besteht zum Teil aus Beton, zum Teil aus Asphalt und zum dritten Teil aus Beton mit dünner Asphaltdecke. Weil sich darin immer mehr Risse entwickelten, hervorgerufen durch die als Betonkrebs bekannte Alkali-Kieselsäure-Reaktion, hat sich der Landesbetrieb Straßenwesen zum Neubau der Trasse entschlossen. Im nächsten Jahr soll auf der Gegenfahrbahn das selbe passieren.

Wer von Erkner aus auf die Autobahn will, kann derzeit nur in Richtung Süden starten – und an Ab- und Auffahrt wieder kehrt machen, wenn sein Ziel im Norden liegt. Es gibt überdies eine ausgeschilderte Umleitung zur Auffahrt Berlin-Hellersdorf.

Keine nennenswerten Staus

Bisher habe es keine größeren Probleme deshalb gegeben, sagt Autobahnmeisterei-Chef Müller, keine nennenswerten Staus und auch kaum Behinderungen durch liegengebliebene Autos oder Unfälle in der Baustelle. Auch von der Erkneraner Auffahrt Richtung Spreeau, an der Autofahrer derzeit wegen eines Stoppschildes sozusagen aus dem Stand auf die Autobahn müssen, wisse er nichts von massiveren Schwierigkeiten. Und dass, obwohl der Verkehr mit den Corona-Lockerungen und dem Ferienstart spürbar zugenommen habe. "Mehr Lkw sind es nicht", erzählt Andreas Müller. "Aber es fahren deutlich mehr Pkw." Der östliche Berliner Ring wird viel für die Reise an die Ostsee, vor allem nach Usedom, genutzt. Von dort ist jetzt zu hören, dass viele Quartiere längst ausgebucht sind.

Die Baustellen-Zeit nutzt der Landesbetrieb gleich noch für weitere Arbeiten. So wird nach Worten von Andreas Müller auch die Entwässerung im nördlichen Bereich der Baustelle erneuert. Zudem läuft die Komplettsanierung der Toilettenhäuschen auf den Parkplätzen Kalkberge und Kranichsberg.

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