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Infrastruktur
Illegale Wege in Eisenhüttenstadt werden Thema

In der Kritik: Torsten Böhme (vorne links) hatte Michael Reichl, Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung, Thomas Scholz, Bereichsleiter Hoch- und Tiefbau, sowie Bürgermeister Frank Balzer zu einem Vor-Ort-Termin am Sandwall am Ahornweg eingeladen.
In der Kritik: Torsten Böhme (vorne links) hatte Michael Reichl, Leiter des Fachbereiches Stadtentwicklung, Thomas Scholz, Bereichsleiter Hoch- und Tiefbau, sowie Bürgermeister Frank Balzer zu einem Vor-Ort-Termin am Sandwall am Ahornweg eingeladen. © Foto: Stefan Lötsch
Stefan Lötsch / 03.07.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 03.07.2020, 13:48
Eisenhüttenstadt (MOZ) Es war hartnäckiges Nachfragen erforderlich, bevor es Antworten auf zwei Fragen gab, die die Anwohner des Ahornweges besonders interessieren: Wer hat veranlasst, dass die jahrzehntelang genutzte Verbindung zwischen Ahornweg und Wilhelmstraße durch einen Erdwall blockiert wird und was hat das gekostet?

Dass das Bauwerk ein großes Ärgernis ist, zeigte das große Interesse bei einem Vor-Ort-Termin am späten Mittwochnachmittag. "Seit 60 Jahren kenne ich schon den Weg. Soll keiner sagen, der ist neu. Und in der ganzen Zeit hat es noch keinen Unfall gegeben", sagte eine Frau und sprach aus, was wohl fast alle der Anwesenden dachten: Warum wird durch einen "Schildbürgerstreich" – so die freundliche Umschreibung des Erdwalls – eine Wegeverbindung gesperrt, an der sich viele Jahre niemand gestört hat? Nicht nur das: Torsten Böhme, einer der Initiatoren der Veranstaltung am Mittwoch und einer Unterschriftenliste, zeigte ein Dokument der Stadt, wo der Weg vermerkt ist. Auch habe die Stadt vor einigen Jahren sogar den Weg ausgebessert. Warum also jetzt diese Aktion?

Kosten unter 5000 Euro

Bürgermeister Frank Balzer sagte, seine Informationen seien, dass es Beschwerden über Staubbelästigung gegeben habe. Doch ein Anwohner, der deshalb in Verdacht geriet, bestritt das vehement: "Der soziale Frieden hier ist gestört. Ich habe nichts damit zu tun." Tatsächlich war das nicht der Grund, weshalb die Stadt tätig wurde. Vielmehr gab es einen Bürgerhinweis, wie Thomas Scholz, Bereichsleiter Hoch- und Tiefbau in der Stadtverwaltung, erklärte. Allerdings hatte der Hinweis überhaupt nicht die Intention, die Straße zu sperren. Vielmehr war die Aufforderung, den Weg instand zu setzen, weil es so große Schlaglöcher gebe. Man habe sich das vor Ort angeschaut, so Scholz. Im Kataster habe man festgestellt, dass das keine Straße ist. "Es mag sein, dass der Weg schon seit 60 Jahren existiert. Rein rechtlich ist es leider so, dass wir hier keine öffentlich gewidmete Verkehrsfläche haben", sagte Thomas Scholz. Weil das so ist, wurde der Weg gleich ganz dicht gemacht.

Auch zu den Kosten wurde schließlich etwas gesagt. Genau könne er es nicht sagen, so Thomas Scholz, aber es seien unter 5000 Euro gewesen, eine Summe, die bei den Anwesenden für ungläubiges Kopfschütteln sorgte. "Das glaube ich nicht", war einer der freundlicheren Kommentare der Anwesenden.

Bürgermeister Frank Balzer, Michael Reichl, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung sowie Thomas Scholz als Vertreter der Verwaltung waren bemüht, die Wogen zu glätten, zumal – darauf machte Bürgermeister Frank Balzer aufmerksam – das gleiche Problem wie in Fürstenberg auch an anderer Stelle in der Stadt akut sei. "Es gibt in der Stadt nicht nur diesen Weg, der nicht öffentlich gewidmet ist. Wir haben in der Stadt mehrere solcher in Anführungsstrichen Wege. Wir haben mehrere solcher Problemfälle." Das solle jetzt auf die Tagesordnung des Stadtentwicklungsausschusses kommen. Man wolle, so Frank Balzer, eine generelle Lösung. Die Frage sei, ob man einen fußläufigen Weg wolle oder eine Fahrstraße. Danach bemessen sich die Kosten.

Forderung nach Rückbau

Für die meisten Anwohner im Ahornweg ist klar, was sie wollen. Torsten Böhme formulierte es so: "Das Maximalziel ist, dass wir mit dem Auto wieder durchkommen." Man sei auch gerne bereit, etwas in Eigeninitiative zu machen. Dass er mit dieser Forderung nicht alleine steht, beweist das Ergebnis einer Unterschriftenliste. Auch darin steht: "Wir fordern, dass der Wall zurückgebaut wird." Mehr als 100 Anwohner haben das mit ihrer Unterschrift unterstützt. Um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen, wollte Torsten Böhme die Liste zunächst als Petition abgegeben. Doch davon haben ihn die Verwaltungsmitarbeiter abgeraten. Es käme dadurch zu Verzögerungen, weil eine Petition zunächst in dem zuständigen Ausschuss behandelt werden müsse, erklärte Frank Balzer.

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Mona Wahl 03.07.2020 - 08:23:09

Habt ihr keine Sorgen?

...ein Ärgernis...kaum nachvollziehbar..weiss GOTT...weswegen---- habt ihr die StadtEisenhüttenstadt keine anderen Sorgen/Probleme? Kopfschütteln---echt

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