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Doppelmord in Rathenow
Urteile jetzt rechtskräftig

Im Januar 2018 wurde ein Paar in der Rathenower Goethestraße brutal ermordet - jetzt ist das Urteil  gegen die beiden zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Angeklagten rechtskräftig.
Im Januar 2018 wurde ein Paar in der Rathenower Goethestraße brutal ermordet - jetzt ist das Urteil  gegen die beiden zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Angeklagten rechtskräftig. © Foto: Wernitz
Ingmar Höfgen / 03.07.2020, 13:31 Uhr
Rathenow/Leipzig Im Januar 2018 wurde ein Paar in der Rathenower Goethestraße brutal ermordet - jetzt ist das Urteil  gegen die beiden zu langjährigen Haftstrafen verurteilten Angeklagten rechtskräftig.

Bereits am 18. Mai 2020 entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Leipzig, dass das Verfahren gegen die wegen zweifachen Mordes und Freiheitsberaubung Verurteilten Kevin M. und Bodo K. nicht neu aufgerollt werden muss und im Urteil des Landgericht Potsdam keine gravierenden Fehler enthalten sind. Der Beschluss des BGH, der ohne mündliche Verhandlung erging, wurde am 19. Juni auf der Internetseite des Gerichtes veröffentlicht.

Das Landgericht Potsdam hatte den bei der Tat 29 Jahre alten M. zu lebenslanger Haft verurteilt und die besondere Schwere der Schuld festgestellt, was eine Entlassung auf Bewährung nach 15 Jahren erheblich erschwert. Der erheblich vermindert schuldfähige Bodo K., damals 53, der zusätzlich wegen Vergewaltigung verurteilt wurde, muss 15 Jahre in Haft; seine Zeit danach wird er in einem psychiatrischen Krankenhaus und in Sicherungsverwahrung verbringen. Eventuelle Fehler, die ihre Strafverteidiger in der Revision geltend gemacht haben, wiesen die Leipziger Richter ohne größere Begründung zurück.

Für die zahlreichen Familienangehörigen enthält die BGH-Entscheidung aber eine ganz bittere Pille: Das Hinterbliebenengeld, das ihnen die Potsdamer Richter zugesprochen hat, bekommen sie erst einmal nicht.

Grundsätzlich soll es gezahlt werden für das seelische Leid der Hinterbliebenen, wenn sie zu dem Getöteten in einem besonderen persönlichen Näheverhältnis stehen. Das Landgericht Potsdam habe auf Seite 244 des Urteils aber festgestellt, dass sich deren Beziehung zu den Mordopfern "gerade in den Jahren vor deren Tod als schwierig und nicht eng im Sinne eines regelmäßig gelebten persönlichen Kontakts und besonderen persönlichen Näheverhältnisses gestaltet habe". Damit fehle es an einer Anspruchsvoraussetzung. Noch einmal verhandelt wird über diesen zivilrechtlichen Teil aber nicht, so der BGH weiter.

Damit blieben den Angehörigen nur neuerliche Klagen gegen die beiden Mörder, sie müssten sich aber den strengeren Beweisvorschriften des Zivilrechts stellen. Unter anderem diesen Konflikt wollte man mit der Einführung des Adhäsionsverfahrens, wonach im Strafrecht unter Umständen auch zivilrechtliche Ansprüche geltend gemacht werden können, ausräumen. Im Fall des Rathenower Doppelmordes hat dies nun nicht funktioniert.

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