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Kaufhof
Hoffnung in Potsdam - Karstadt schließt weniger Filialen

In Potsdam wird die Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filiale erhalten bleiben. (Symbolbild)
In Potsdam wird die Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filiale erhalten bleiben. (Symbolbild) © Foto: Jan Woitas/dpa
dpa / 03.07.2020, 15:08 Uhr - Aktualisiert 03.07.2020, 16:00
Potsdam (dpa) Nach Verhandlungen mit den Vermietern sieht der Handelsriese Galeria Karstadt Kaufhof doch noch eine Zukunft für sechs Warenhäuser - darunter Potsdam. Die Freude ist groß, auch in Berlin, wo zeitgleich Beschäftigte demonstrierten.

Es war ein guter Tag für 750 Mitarbeiter von Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) und ein halbes Dutzend Städte in Deutschland. Nach harten Verhandlungen mit den Vermietern kündigte der Kaufhaus-Konzern am Freitag an, sechs Filialen weniger schließen zu wollen als ursprünglich geplant. Auch der Standort in Potsdam soll erhalten bleiben.

Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) sprach von einer guten Nachricht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und den gesamten Einzelhandel. „Die Brandenburger Straße ist die stärkste Einkaufsstraße Brandenburgs und das Warenhaus im Stadtpalais ein wichtiger Frequenzbringer.“

Vor zwei Wochen hatte der Handelsriese die Schließung von 62 Filialen in 47 Städten angekündigt, darunter zunächst auch Potsdam. Der Oberbürgermeister sprach danach mit der Filialleitung, der Eigentümergesellschaft, der IHK, dem Handelsverband Berlin-Brandenburg und der Gewerkschaft Verdi. Galeria Karstadt Kaufhof war durch die Schließung aller Filialen wegen der Corona-Pandemie in eine schwere Krise geraten.

Nach Zugeständnissen der Vermieter will GKK bundesweit sechs Filialen weniger schließen als geplant, darunter auch in der Brandenburger Landeshauptstadt. Für die Karstadt-Warenhäuser in Dortmund, Nürnberg Lorenzkirche, Goslar und Potsdam und die Kaufhof-Filialen in Chemnitz und Leverkusen gebe es wieder eine Zukunftsperspektive, teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung Miguel Müllenbach am Freitag in einem Mitarbeiterbrief mit. Rund 750 Mitarbeiter behalten durch die Weiterführung der Läden ihren Arbeitsplatz.

Für die übrigen 56 Warenhäuser auf der Schließungsliste gebe es angesichts hoher Mieten und soziodemographischer Standortnachteile allerdings „heute“ keine positiven Nachrichten, schrieb Manager. Hier gebe es weiterhin keine wirtschaftliche Fortführungsperspektive.

Dennoch weckte die Ankündigung des Konzerns Hoffnung auch an anderen von Schließung bedrohten Warenhaus-Standorten - etwa unter den Beschäftigten in Berlin, die demonstrierten, als die Nachricht bekannt wurde. „Das macht uns Mut, weiter zu kämpfen“, sagte Erika Ritter, Fachbereichsleiterin Handel beim Verdi-Landesverband. „Wir freuen uns über jede Filiale, die am Netz bleibt.“

Mehrere Hundert Beschäftigte und Unterstützer waren demnach am Freitag erneut in der Hauptstadt zusammengekommen, um gegen die geplante Schließung von sechs Warenhäusern und einer Karstadt-Sports-Filiale zu protestieren. Allein am Warenhaus-Standort am Tempelhofer Damm, wo die Protestaktion stattfand, seien 150 bis 180 Beschäftigte betroffen, sagte Ritter. In Berlin verhandelt derzeit auch der Senat mit den Vermietern.

Müllenbach betonte in seinem Brief an die Mitarbeiter, die Corona-Krise und die behördlichen Schließungen hätten den Warenhauskonzern „in eine existenzbedrohende Ausnahmesituation gebracht“. Anfang April hatte der Konzern Rettung in einem Schutzschirmverfahren gesucht, inzwischen wurde ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung daraus. Der Konzern rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbußen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

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