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Trendsport
Mit dem eFoil über den Scharmützelsee schweben

Anke Beißer / 04.07.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 04.07.2020, 08:44
Wendisch Rietz (MOZ) MOZ-Redakteurin Anke Beißer hat die Trend-Sportart getestet. Ein paar blaue Flecken schmälern ihre Begeisterung nicht.

Das Märkische Meer präsentiert sich an seinem südlichsten Zipfel, in Wendisch Rietz, entgegenkommend: 22 Grad Wassertemperatur, drei Grad mehr als die Luft, und wenig Wind erscheinen als perfekte Ausgangssituation für den Test eines neuen Wassersportgerätes: eFoil. Es handelt sich um ein Board, angetrieben von einem Elektromotor. Wer es beherrscht, kann damit auf einem Luftpolster übers Wasser zu gleiten – mit bis zu 40 Stundenkilometern. Hört sich verlockend an.

Eric Sette hat sich mit dieser Attraktion im April selbständig gemacht. Ein umgebauter Van ist Transportmittel und Umkleide zugleich. Bei guter sportlicher Grundkonstitution, Gleichgewichtssinn, Spaß an schnellem Fahren und keiner Angst vorm Sturz ins Wasser lasse sich die Handhabung schnell erlernen, verspricht er. "Man muss kein Surfer-Sunnyboy sein", betont der 29-Jährige. Er selbst sei nicht mal Snowboarder, sondern Skifahrer. Gut zu hören.

Bäuchlings auf dem Brett

Erst gibt es eine Belehrung, dann geht es mit dem Boot zu einer neun Meter tiefen Stelle des Sees – aus Sicherheits- und Naturschutzgründen weit genug vom Ufer entfernt. Am Ankerplatz hievt Sette das 30 Kilogramm schwere, futuristisch anmutende Gefährt über Bord. Die Kunststoffoberfläche trägt neben einer äußerst rauen Anti-Rutsch-Beschichtung das Kennzeichen LOS 5660 – das eFoil bedarf einer Zulassung.

Bäuchlings geht es aufs Brett. Die erste Lektion lautet: Ein Gefühl für Wasserlage und Sportmöglichkeiten zu bekommen – für die Lernzwecke ist der Motor auf Tempo 20 gedrosselt. Dann wird es ernst. Per Joystick und Bluetooth startet die immer rasanter werdende Fahrt. Der Wind frischt auf. Leichte Wellen stellen sich ein. Es fühlt sich an, als ob das Board über ein Waschbrett  rattert.

Die zweite Lektion: Gleitversuche. Durch Verlagerung des Körperschwerpunkts muss die "Nase" des Brettes in die Höhe geholt werden. Aber nicht zu hoch, sonst wirft es seinen Passagier ab. Für Anfänger gar nicht so leicht. Der Sturz ins Wasser schmälert nicht das größer werdende Vergnügen. Mit etwas Geschick und den Gesetzen der Physik gelingt es tatsächlich recht schnell, ein Luftpolster zwischen Brett und See zu legen. Das beinahe lautlose Gleiten funktioniert.

Der dritte Schritt: alles im Knien. Ich muss grinsen, langsam stellt sich das richtige Gefühl ein. Leichte Hüftbewegungen versetzen das Board in einen Slalomkurs.

Fehlt noch Schritt vier, die Krönung: das Aufstehen. Die Wellen sind höher geworden, der Körper schon ausgekühlt. Aber der Ehrgeiz ist noch da. Und die Begeisterung. Dreimal gelingt es kurz. Der letzte Abwurf ist fast schon ein spektakulärer Stunt, so fühlt es sich jedenfalls an. Egal, das Sportgerät mit hohem Spaßfaktor hat mich überzeugt – die blauen Flecken, meine leicht aufgeschürften Knie und der Muskelkater in den Schultern tags darauf wirken wie Trophäen.

Der See bietet aber auch für jene etwas, die es ruhiger mögen. Von zehn Anlegestellen aus kann eine Rundfahrt mit der Scharmützelsee Schifffahrt unternommen werden. Es gibt Verleih-Stationen für alle gängigen Boote. Und natürlich lassen alle Aktivitäten auch einfach vom Land aus beobachten.

Info: Eric Sette ist zu erreichen unter Telefon: 01525 1466524. Eine eFoil-Tour dauert mit Einweisung zwei bis drei Stunden, davon sind 90 Minuten reine Fahrzeit. Einzelpreis: 175 Euro, fahren zwei Personen, zahlt jeder 150 Euro.

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