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Umbaupläne
Vision vom Niederfinower Jugendclub

Marco Marschall / 04.07.2020, 06:00 Uhr
Niederfinow (MOZ) Etwa 80 Kinder und Jugendliche sollen in der Gemeinde Niederfinow leben. Bei um die 600 Einwohner insgesamt sind das nicht gerade wenig, meinen einige Gemeindevertreter und wollen der Jugend nun einen Treffpunkt im Ort schaffen. Das passende Objekt haben sie schon auserkoren. Die untere Etage der Finowstraße 45 soll dafür Platz bieten. Allerdings besteht zunächst noch Sanierungsbedarf. Das zeigt ein Vor-Ort-Termin in dieser Woche.

"Erschrecken Sie nicht", sagt Bürgermeisterin Peggy Fürst, als sie die Tür im Erdgeschoss der gemeindeeigenen Immobilie aufschließt. Denn von den Wänden bröckelt der Putz, alter Fußbodenbelag zieht sich durch die Räume. Möbel stehen herum, genauso wie Wandtafeln der 750-Jahrfeier. Es wird deutlich, dass ganz so schnell niemand dort einziehen dürfte.

Verkauf abgelehnt

In der oberen Etage befinden sich Wohnungen. Die untere Etage steht seit Jahrzehnten leer. Wie lange genau, darüber gehen die Schätzungen auseinander. So glaubt Gemeindevertreter Günther Gollner, dass seit Auszug des Gemeindebüros 1992 niemand mehr die Etage genutzt hat. Sein Ehrenamtskollege Siegfried Kunert geht davon aus, dass die Räume bereits seit den 80er-Jahren leerstehen. Allerdings dürfte das kleine Bad mit Klo, Dusche und Waschbecken nach der Wende noch einmal neugemacht worden sein. Der Hersteller der Nasszelle sei eine westdeutsche Firma, meint Gollner.

Ungeachtet all dessen soll den Zimmern nun wieder neues Leben eingehaucht werden. Doch warum erst nach 30 Jahren? Es gab lange Uneinigkeit darüber, wie mit dem Objekt verfahren werden soll, heißt es vor Ort. Das Amt habe verkaufen wollen, die Gemeinde nicht, habe sich bis 2011 aber in der Haushaltssicherung befunden und kein Geld gehabt, die Räume zu entwickeln.

Tatsächlich soll es aber auch jetzt mit der Vision vom Jugendclub nicht die Gemeinde sein, die das Projekt stemmt, sondern der Verein Kulturkreis Niederfinow. Dessen Mitglieder wollen selbst im Gebäude Hand anlegen. "Alle sicherheitsrelevanten Arbeiten würde eine Fachfirma machen", sagt Bürgermeisterin Peggy Fürst. Dazu gehöre zum Beispiel die Elektrik.

Barrierefreies Wahllokal

Ein Grund, die Obhut über das Projekt in Vereinshand zu legen, sei die Möglichkeit auf diese Weise Fördermittel zu akquirieren. Bei der zuständigen Jugendarbeiterin – bisher mobil mit Bus ohne festen Raum in Niederfinow tätig – sei das Vorhaben schon sehr gut angekommen. Vor allem der Raum ganz links mit dem Wandbogen ließ die Ideen für die Nutzung durch die Dorfjugend bereits sprudeln. Der Raum rechts neben dem Eingang könnte eventuell auch als eine Art Heimatstube genutzt werden. Darüber hinaus gewinne die Gemeinde mit Herrichtung der Etage ein barrierefreies Wahllokal.

Wann es losgehen soll mit der Arbeit an den Räumen? "Nach der Sommerpause", meint Peggy Fürst. Dann soll zunächst gesichtet werden, was vom Interieur noch gebraucht wird. Der Zeitrahmen, in dem der Umbau umgesetzt werden kann, ist derweil noch völlig unklar. Den Gemeindevertretern ist bewusst, dass es sich um ein durchaus ambitioniertes Projekt handelt. Druck seitens der Jugend gebe es nicht. Die Beteiligten sind optimistisch, dass das Vorhaben gelingt. Für die Arbeiten könnten die etwa 30 Kulturkreismitglieder vielleicht auch die Feuerwehr und den Sportverein als Unterstützer anzapfen, hieß es.

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