Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Pandemie
Patientenrückgang beim Zahnarzt in Brandenburg geringer als im Bund

Die Zahnärzte in Brandenburg haben die Corona-Krise besser überstanden als ihre Kollegen in den anderen Bundesländern. (Symbolbild)
Die Zahnärzte in Brandenburg haben die Corona-Krise besser überstanden als ihre Kollegen in den anderen Bundesländern. (Symbolbild) © Foto: Patrick Pleul/dpa
dpa / 05.07.2020, 09:17 Uhr
Potsdam (dpa) Der coronabedingte Patientenrückgang in Zahnarzt-Praxen ist in Brandenburg geringer ausgefallen als im Bundesdurchschnitt. "Wir sind in Brandenburg durch die Corona-Krise relativ gut durchgekommen, mit Ausfällen von 20 bis 30 Prozent", sagte der Präsident der Landeszahnärztekammer, Jürgen Herbert, der Deutschen Presse-Agentur.

Lediglich in Potsdam sei das Minus aufgrund der Corona-Fälle am Potsdamer Bergmann-Klinikum Bergmann deutlich stärker ausgefallen, sagte Herbert. Inzwischen seien die Wartezimmer aber wieder so frequentiert wie früher. Nach Angaben von Berufsverbänden und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen gab es bei Zahnärzten bundesweit einen Patientenrückgang bis zu 80 Prozent.

Trotz der sinkenden Zahl niedergelassener Zahnärzte sei die Versorgung derzeit in Brandenburg nirgendwo gefährdet, versicherte Herbert. Nach Kammerangaben gab es Ende März dieses Jahres 1432 niedergelassene Zahnärzte und damit rund 250 weniger als 2005. Wegen des hohen Durchschnittsalters von 54 Jahren stehe in den kommenden Jahren aber die Übernahme vieler Praxen an.

Besonders in den ländlichen Regionen sei es schwierig, junge Kollegen für diese Aufgabe zu motivieren, betont Herbert. In Landkreisen wie Uckermark oder Prignitz werde wohl die eine oder andere Niederlassung schließen.

Mit der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Brandenburg habe seine Kammer ein umfangreiches Beratungsangebot für junge Ärzte gestartet. Vor dem Institut für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Berliner Charité werde mit der Kampagne "Landarzt oder Stadtaffe" gezielt um Nachwuchs für die berlinfernen Regionen geworben. "In Berlin sitzen die Zahnärzte übereinander und in Brandenburg fehlen sie."

Unterstützung erhofft sich der Kammerpräsident von der Politik. So könnte der Bürokratieabbau jungen Medizinern den Berufsstart erleichtern. "Die Praxen sind immer mehr mit überzogenen Hygienevorschriften, Gewerbesteuerproblemen, Datenschutzbestimmungen und der Telematikinfrastruktur beschäftigt." Junge Ärzte arbeiteten dann lieber als Angestellte in einem Medizinischen Versorgungszentrum in den Städten, statt in einer Niederlassung auf dem Land.

Hilfreich für den Nachwuchs wäre nach Ansicht Herberts die Ansiedlung einer zahnmedizinischen Fakultät an einer märkischen Hochschule. So könnte mit den Strukturhilfen für die Lausitz eine Ausbildung von Zahnmedizinern an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg angesiedelt werden.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG