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Eberswalde und Cottbus - Suche nach neuen Hochschul-Präsidenten

Dietrich Schröder / 11.07.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 13.07.2020, 09:00
Eberswalde/Cottbus (MOZ) Als vor zwei Jahren im Herbst der damalige Präsident der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), Jörg Steinbach, überraschend zum Wirtschaftsminister des Landes berufen wurde, war das – wie sich inzwischen herausgestellt hat – für die Landesregierung zwar ein  Gewinn. Für die Uni allerdings, die noch immer an den  Nachwehen ihrer Zusammenlegung aus der früheren BTU mit der Fachhochschule Lausitz litt und deren Studentenzahl seither kontinuierlich zurückgegangen war, wollte lange Zeit niemand die Verantwortung als neuer Präsident oder Präsidentin übernehmen. Hinzu kam noch die unsichere Perspektive der Lausitz durch den geplanten Ausstieg aus der Braunkohle.

Ein erster Versuch der Neubesetzung des Chefpostens scheiterte im Herbst 2019. Seinerzeit  fanden die beiden von der Findungskommission des Landes vorgeschlagenen Kandidaten keine Mehrheit im Senat der Hochschule. Der eine Kandidat galt als zu wenig universitär, die Exzellenz-Pläne des anderen wurden als zu realitätsfremd eingeschätzt.

Doch nun scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Dadurch, dass für den Strukturwandel Milliarden vom Bund in Aussicht gestellt wurden, ergeben sich auch für die Hochschule mit ihren derzeit rund 7000 Studierenden –  ein Drittel davon kommt aus dem Ausland  – neue Perspektiven. Aus dem kürzlichen Beschluss der Landesregierung, eine Medizinische Hochschule in Cottbus zu schaffen, resultiert zudem die Hoffnung, dass diese als neue Fakultät an der BTU angedockt wird.

Bei der für  kommenden Donnerstag erneut angesetzten Wahl kandidieren jedenfalls gleich zwei Bewerberinnen, denen das Amt zuzutrauen ist. Die Wirtschaftsingenieurin Christiane Hipp, die bereits seit 15 Jahren als Professorin an der BTU tätig ist und seit 2014 auch deren Vizepräsidentin für Forschung war, bringt sozusagen doppelten Stallgeruch mit. Denn sie hatte das Präsidentenamt nach Steinbachs Wechsel in die Politik zunächst amtierend übernommen, will nun aber aufs Ganze gehen. Die zweite Kandidatin Gesine Grande war von 2014 bis 2019 Rektorin der Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur in Leipzig und bringt somit Leitungserfahrung mit. "Die Wahl wird spannend, bei der hochschulinternen Präsentation am Donnerstag war keine eindeutige Favoritin erkennbar", berichten Insider.

Der dienstälteste Präsident

Etwas anders stellt sich die Situation an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde dar. Deren Präsident Wilhelm-Günther Vahrson übt sein Amt bereits seit 1998 aus und ist somit der dienstälteste Hochschulpräsident in Brandenburg überhaupt. Weil der Geograph und Mathematiker im Mai jedoch die Altersgrenze von 65 Jahren erreicht hat, hatte er seinen Ausstieg für spätestens Februar 2021 angekündigt. Der erste Versuch der Wahl eines Nachfolgers scheiterte jedoch vor wenigen Tagen, weil zwei Bewerber schon vor der Wahl zurückzogen und der dritte keine Mehrheit im Hochschul-Senat fand.

Die Forschungen auf dem Gebiet der Nachhaltigkeit, mit denen sich die Hochschule unter Vahrsons langjähriger Führung profiliert hat, sind durch die Corona-Krise freilich noch bedeutender geworden. Dennoch muss das Verfahren durch das Wissenschaftsministerium neu ausgeschrieben werden. "Leider wird dadurch Zeit verbrannt", meinte der Amtsinhaber am Freitag.

Lesen Sie auch den Kommentar unseres Autor zur Suche nach Hochschul-Präsident(inn)en.

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