Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Corona
Online-Auktionen für Tiere in Brandenburg

Brandenburgs Schäfer behelfen sich in Corona-Zeiten mit der ersten Online-Auktion ihrer Tiere. Ganz auf die herkömmlichen Auktionen wird man wohl auch nach der Corona-Krise nicht verzichten.
Brandenburgs Schäfer behelfen sich in Corona-Zeiten mit der ersten Online-Auktion ihrer Tiere. Ganz auf die herkömmlichen Auktionen wird man wohl auch nach der Corona-Krise nicht verzichten. © Foto: Sebastian Willnow
Ulrich Thiessen / 11.07.2020, 03:45 Uhr - Aktualisiert 11.07.2020, 09:40
Potsdam (MOZ) Die ersten Tage waren der Horror, berichtet Knut Kucznik. Der Schäfer aus Altlandsberg (Märkisch-Oderland) hatte drei Böcke für die erste Online-Auktion für Schafe eingestellt und zunächst tat sich dort nichts. "Für einen ungeduldigen Menschen ist das schwer auszuhalten", gibt der Schäfer unumwunden zu. Ende dieser Woche kamen dann die ersten Gebote und es zeichnete sich ab, dass der Verkauf ein Erfolg werden würde, so Kucznik.

Eigentlich sollten seine Tiere auf der Deutschen Eliteauktion im Frühjahr an interessierte Züchter gebracht werden. Aber wie andere Veranstaltungen auch, fielen die Schafauktionen den Einschränkungen der Corona-Pandemie zum Opfer. "Schäfer neigen eigentlich nicht zu technischen Neuerungen", sagt Kucznik. Aber das Coronavirus habe den Weg in ein neues Zeitalter gewiesen.

In Zusammenarbeit mit dem Agrarmarketing-Verband "pro agro" und mit rund 22 000 Euro Fördergeld aus dem Landwirtschaftsministerium wurde eine Plattform errichtet, auf der die Böcke der Merinofleischschaf-Elite, Schwarzkopf und Suffolk aus Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen und Niedersachsen angeboten werden konnten.

In der zehntägigen Auktion standen insgesamt 63 Böcke für die Zucht zum Kauf, erklärt Karsten Günther, Geschäftsführer des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg. Die Anbieter haben Fotos von den einzelnen Tieren, vom Wollansatz oder von den Zähnen gemacht. Es gab auch Böcke, die man sich nicht online ansehen konnte und die für sich trotzdem Interessenten fanden, sagt der Geschäftsführer. Offenbar kennt man sich untereinander und hat Vertrauen. Außerdem gibt es auch Auskünfte über die Abstammung der Tiere, auch das ist für die Zucht wichtig.

Knut Kucznik hat kurze Filme zu seinen Tieren ins Netz gestellt. Beim nächsten Mal soll das noch viel professioneller werden, hat er sich vorgenommen. Unabhängig vom Corona-Verlauf soll die Plattform für die Online-Auktionen auch weiterhin genutzt werden.

Kucznik verweist auf ungezähmte, temperamentvolle Tiere, die man ohnehin nicht auf Messen am Strick vorführen kann. Zudem nimmt auch nicht jeder Schäfer wegen einiger Schafe einen weiten Weg auf sich. Da sei es einfacher, sich auf der brandenburgischen Plattform zu informieren.

Für den September ist schon die nächste Auktion in Brandenburg geplant, im Oktober könnten dann junge Böcke und weibliche Tiere so unter den Hammer kommen. Und Ende Juli/Anfang August wird in Bayern und Baden-Württemberg die erste Online-Auktion für Ziegen durchgeführt.

Ganz auf die herkömmlichen Auktionen wird man wohl aber auch nach der Corona-Krise nicht verzichten. Kuzcnik schätzt sie, weil man dort mit Kollegen in Gespräch kommt und auch mal das eine oder andere am Rande entdeckt und kauft, das so vielleicht nicht geplant war.

Internet: www.derschafmarkt.de

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG