Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Corona
Wohlfahrtsverbände in Brandenburg schlagen Alarm

Die Liga der Freien Wohlfahrtsverbände Brandenburg fordert vom Land, einen Fonds in Höhe von zehn Millionen Euro einzurichten. Hier die Vorsitzende der Liga: Ulrike Kostka
Die Liga der Freien Wohlfahrtsverbände Brandenburg fordert vom Land, einen Fonds in Höhe von zehn Millionen Euro einzurichten. Hier die Vorsitzende der Liga: Ulrike Kostka © Foto: caritas-berlin.de
Ulrich Thiessen / 12.07.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 12.07.2020, 13:58
Potsdam (MOZ) Die Liga der Freien Wohlfahrtsverbände Brandenburg fordert vom Land, einen Fonds in Höhe von zehn Millionen Euro einzurichten, um die coronabedingten Ausfälle der sozialen Dienste zu kompensieren und ein Zusammenbrechen der Strukturen zu verhindern. Bei vielen sozialen Angeboten, insbesondere bei niederschwelligen Beratungsdiensten und der stationären Jugendhilfe würden die Finanzierungslücken durch die Corona-Einschränkungen immer größer, heißt es in einem Papier der Spitzenverbände.

Viele Beratungsstellen für Menschen mit Suchtproblemen, für Schuldner oder Menschen mit psychischen Problemen verfügten kaum noch über Rücklagen. Tafeln, Träger von Berufsbildungsangeboten, Selbsthilfekontaktstellen und Begegnungsstellen für Senioren seien massiv in ihrer Existenz gefährdet. Diese Dienste waren in der Corona-Krise systemrelevant und werden danach ebenso gebraucht, warnen die Verbände der Wohlfahrtspflege. Das wahre Ausmaß der Situation lasse sich erst nach der Jahresabrechnung 2020 ersehen. Deshalb sollten die Gelder des Fonds bis zum Ende des ersten Quartals 2021 in Anspruch genommen werden können. Die Verbände fordern ein transparentes und niederschwelliges Bewilligungs- und Auszahlungsverfahren.

Allein für die Altenpflege wurden für dieses Jahr Einnahmeverluste in Höhe von 1,8 Millionen Euro errechnet. Den Einrichtungen der Rehabilitation fehlen nach Angaben der Liga rund 2,7 Millionen Euro. Bei den Sozialen Hilfen wird das Minus auf 1,2 Millionen Euro beziffert. Da es im Land keine Übersicht über alle sozialen Einrichtungen und Träger gebe, seien die Zahlen nur geschätzt worden, schränken die sozialen Spitzenverbände ein.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG