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Schutz
Zaun gegen Schweinepest an Grenze zu Polen kommt im Herbst

Tino Pöschke (l) und Alexander Pertsch von der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) errichten nördlich von Frankfurt (Oder) auf dem Deich am deutsch-polnischen Grenzfluss Oder einen Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest.
Tino Pöschke (l) und Alexander Pertsch von der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) errichten nördlich von Frankfurt (Oder) auf dem Deich am deutsch-polnischen Grenzfluss Oder einen Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest. © Foto: Patrick Pleul/dpa
dpa / 13.07.2020, 16:31 Uhr
Potsdam (dpa) Der Bau eines festen Zauns zwischen Polen und dem Landkreis Spree-Neiße zur Abwehr der Afrikanischen Schweinepest soll im Herbst beginnen.

Brandenburg könne nicht einfach so mit dem Bau anfangen, sondern müsse auf eine Entscheidung des Bundestags warten, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums am Montag in Potsdam. Der Bundesrat habe dem Bau eines präventiven Schutzzauns grünes Licht gegeben.

Für eine gesetzliche Grundlage zum Bau des Zauns muss auch der Bundestag zustimmen, der aber bis Ende August in Sommerpause ist.

Mit dem Zaun aus Drahtgeflecht soll an der Grenze zu Polen der 120 Kilometer lange, mobile Elektrozaun zumindest im Bereich Spree-Neiße ersetzt werden. Solche Wildschutzzäune stehen auch entlang von Autobahnen. So sollen Wildschweine am Eindringen nach Brandenburg gehindert werden.

Mit 1,20 Meter werde der neue Zaun nur so hoch sein, dass anderes Wild noch darüber gelangen könne, sagte der Sprecher. Die Errichtung sei nur eine zeitweise Maßnahme bis zum Ende der Infektionsgefahr. Im Kreis Oder-Spree soll der mobile Elektrozaun stehen bleiben, weil dort auf der polnischen Seite der Grenze der Infektionsdruck geringer sei.

Mecklenburg-Vorpommern hatte am Montag mit dem Bau eines temporären Wildschutzzauns an seiner rund 60 Kilometer langen Grenze zu Polen begonnen. Dieser soll etwa fünf Jahre stehen bleiben.

In Brandenburg ist die Gefahr einer Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest nach Behördenangaben weiter hoch. Zwar seien in den vergangenen drei Monaten keine neuen Fälle der Seuche in Polen in der unmittelbaren Nähe der Grenze zu Brandenburg aufgetreten, teilte das Gesundheitsministerium mit. Da es in Westpolen etwas weiter weg aber weiterhin Funde infizierter Wildschweine gebe, sei das Risiko weiter hoch - besonders für den an der deutsch-polnischen Grenze liegenden Landkreis Spree-Neiße.

Ende Januar wurde in Polen ein Fall der für Menschen ungefährlichen Tierseuche zwölf Kilometer vor der Grenze zu Deutschland gemeldet. Der Fundort lag im Kreis Zaganski (Woiwodschaft Lebus). Laut einer Karte zur Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest des Fachportals "Agrarheute" wurde am 30. März ein infiziertes Wildschwein tot im Kreis Żary (Woiwodschaft Lebus), rund 10 Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt, gefunden.

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