Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Feuer und Flamme fürs Ehrenamt

© Foto: MOZ/Lea Sophie Lukas
lea lukas / 18.08.2010, 08:35 Uhr
Sandkrug (In House) Von Lea Sophie Lukas

Eigentlich war Siegfried Brandenburger gestern Vormittag nur in die Fahrzeughalle der Freiwilligen Feuerwehr gefahren, weil er die Atemschutzgeräte der Brandschützer von einer Sicherheitsüberprüfung abgeholt hatte. Der Ortswehrführer wollte die teuren Geräte wieder an ihren regulären Aufbewahrungsort zurück bringen – Ordnung muss sein. Da nicht weit entfernt vom Gebäude der Feuerwehr die MOZ ihren Stand aufgebaut hatte, schaute Siegfried Brandenburger auch dort gleich noch vorbei. Der 64-Jährige interessiert sich schließlich für das, was in seinem Heimatort passiert.

Seit 46 Jahren ist Siegfried Brandenburger Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Sandkrug. „Mit 18 Jahren war es für mich gar keine Frage. Ich wollte unbedingt zur Feuerwehr“, sagt er. Seit 26 Jahren ist er zudem Ortswehrführer und seit 2004 Mitglied im damals neu gegründeten Förderverein der Feuerwehr. So lange er denken kann, hat der Frühruheständler einen Großteil seiner Freizeit für sein ehrenamtliches Engagement bei den Brandschützern geopfert. „Ich könnte mir gar nicht vorstellen, jemals nicht mehr mit dabei zu sein“, sagt Brandenburger.

Aus dem Hobby ist schnell eine Leidenschaft geworden – auch, weil die Mitglieder der Feuerwehr und des Fördervereins in Sandkrug den sozialen Zusammenhalt fördern. „Viele sagen ja auch, dass ohne uns hier nicht viel los wäre“, erzählt der Ortswehrführer. Und auch er selbst glaubt das. Denn das beliebte Osterfeuer und die traditionelle Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung im Oktober, bei der neben einem Fackel- und Spielmannszug ebenfalls immer ein großes Lagerfeuer organisiert wird, gäbe es ohne die insgesamt 32 Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr nicht.

Doch Siegfried Brandenburger ist noch etwas anderes wichtig. Seit 20 Jahren pflegen die Sandkruger Brandschützer eine enge Partnerschaft zu den Feuerwehrmännern der Gemeinde Sandkrug-Hatten in der Nähe von Oldenburg. Udo Roeschert, der ehemalige Bürgermeister der Brandenburger Sandkruger, hatte sich kurz nach dem Ende der DDR darüber informiert, ob es im wiedervereinigten Deutschland nicht noch weitere Orte mit dem Namen Sandkrug gebe. Und Roeschert wurde fündig – in Niedersachsen. „Im Sommer 1990 sind wir dann das erste Mal nach Sandkrug-Hatten gefahren und haben die Kameraden dort besucht“, erinnert sich Siegfried Brandenburger. Seither sind Freundschaften entstanden, in regelmäßigen Abständen treffen sich die Feuerwehrleute aus Ost und West. Auch zum 20. Jahrestag ihrer Verbindung ist ein gemeinsames Wochenende geplant. „Am kommenden Freitag fahren 19 von uns nach Sandkrug-Hatten“, sagt Brandenburger. Und wie jedes Mal freue er sich bereits sehr auf das Treffen.

Auch Ortsvorsteherin Kathrin Kegel kennt die niedersächsischen Freunde ihres Dorfes. Ihr Ehemann, Uwe Kegel, ist im Vorstand des Fördervereins der Feuerwehr. „Übernachtet haben die bei uns auch schon“, erzählt sie. Und sie gibt zu, dass sie vor dem ersten Eintreffen des Besuchs aus Westdeutschland aufgeregt gewesen sei. „Aber dann war das so nett. Ich glaube es ist egal – Feuerwehrleute aus Ost oder West, die sind alle irgendwie gleich.“

Siegfried Brandenburger wünscht sich für die Zukunft vor allem eines: Nachwuchs für die Feuerwehr. Denn ohne das Zutun junger Leute erlischt das Engagement im Ort irgendwann.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG