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Blick durchs Lerchenfenster

nadja voigt / 15.07.2011, 21:02 Uhr
Gabow (In House) Eine Woche künstlerische und wissenschaftliche Arbeit liegt hinter den Teilnehmern des vom Oderbruchpavillon veranstalteten Pleinairs. Es wurden Löcher gebuddelt und Rinnen gefräst, Grasnarben geöffnet und Mikrofone in den Boden gelassen. Am Freitag präsentierten die Teilnehmer ihre Installation auf dem Feld der Agrogenossenschaft Schiffmühle der Öffentlichkeit.

In seiner Rede dankte Initiator Kenneth Anders vom Oderbruchpavillon dem Betrieb für den Vertrauensvorschuss, der ihnen das freie Arbeiten auf dem Ackerland erlaubte. Anders lud die zahlreich erschienenen Gäste ein, querfeldein zu gehen und an den einzelnen Stationen der Künstler und Wissenschaftler Halt zu machen.

Unter den Gästen war auch die Geschäftsführerin der Agrogenossenschaft, Vera Wesner. Neugierig erkundete sie mit ihren Mitarbeitern das Grasland, auf dem sonst das Futter für die Milchkühe wächst. „Wir nehmen uns ja selten die Zeit, unseren Grund und Boden so genau unter die Lupe zu nehmen“, sagte Wesner. „Auch haben wir uns natürlich noch nie die Mühe gemacht, die hier wachsenden Pflanzen zu dokumentieren, die Reliefunterschiede auszumachen oder in den Boden zu hören.“

Doch all dies war am Freitag möglich: Landschaftsentwicklerin Anne Kulozik ließ die Besucher durch ein Lerchenfenster – eigentlich auf Feldern künstliche angelegte Fehlstellen, die es den Tieren ermöglichen zu brüten – blicken. Klangkünstler Helmut Lemke spielte seine Hörprotokolle ab und ließ es rauschen, zischen und glucksen. Die britische Künstlerin Kerry Morrison inventarisierte den Wegesrand – vom Waschbär-Kot bis hin zu den 78 Pflanzenarten, die dort wachsen.

In der Mitte des Feldes luden Stellwände dazu ein, durch die entstehenden Sichtachsen den Blick schweifen zu lassen und dafür zu schärfen, was die Teilnehmer thematisieren wollten: Den Preis des Bodens, die landschaftlichen Strukturen, den Boden als Gegenstand von Arbeit, Konsum und Lebensraum.

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