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Biber verhindert Hunde-Auslauf

Eine Ladung Biberdamm: Bernd Wartenberg zeigt auf den Berg aus Ästen und Schlamm, die die Männer vom Gewässer- und Deichverband aus dem Graben holten.
Eine Ladung Biberdamm: Bernd Wartenberg zeigt auf den Berg aus Ästen und Schlamm, die die Männer vom Gewässer- und Deichverband aus dem Graben holten. © Foto: MOZ
jens sell / 06.09.2011, 19:30 Uhr
Altgaul (js) Bernd Wartenbergs Schäferhund jault. Er muss abends im Zwinger bleiben, darf nicht seine Kontrollgänge entlang des Zaunes machen und sein Revier verteidigen. Sein Revier, das ist das Grundstück direkt rechts neben dem Storchenturm in Altgaul. Es zieht sich bis an das Feld, das sich bis zur Umgehungsstraße erstreckt. Zwischen Grundstück und Feld steht Wasser in einem Graben, der dann rechtwinklig abknickt und unter einer Brücke der B 167 hindurchfließt. Der Hund muss im Zwinger bleiben, weil er sonst mit einem wehrhaften Wildtier in Konflikt geraten könnte, mit einem Biber. Der hat den Graben und alle Bäume an seinen Ufern zu seinem Revier erklärt. Schon seit Wochen baut er immer mal wieder gerne einen Damm unterhalb der Straßenbrücke. Dann steigt der Wasserspiegel im Graben. Und direkt hinter dem Grundstück erweitert er sein Revier gern unterirdisch, sodass es sich mit des Schäferhunds Revier überschneidet. Bernd Wartenberg selbst geriet dadurch in Gefahr, weil er hinter dem Zaun mit der Motorsäge angeknabberte Gehölze stutzen wollte und plötzlich in den Boden einbrach. Da hatte die Burg des Bibers wohl einen Dachschaden.

Bernd Wartenberg fand das nicht lustig, hätte er sich doch beinahe mit der laufenden Motorsäge ins Bein geschnitten. Er wandte sich an den Gewässer- und Deichverband Oderbruch (Gedo), wie er es schon drei Wochen zuvor getan hatte. Diesmal reagierten die Seelower umgehend. Ein Bagger rückte an und brachte auch gleich Sand mit, mit dem das riesige Loch verfüllt wurde. Danach fuhr der Bagger die hundert Meter zum Damm unterhalb der Brücke und holte zig Kubikmeter Holz und Schlamm aus dem Graben. „Hinter diesem Damm war der Graben tatsächlich trocken, da lief kein Wasser mehr“, staunte selbst Bernd Wartenberg über die gründliche Arbeit des Nagers.

Der Biber sei erst in diesen Abschnitt gekommen, als die OPAL-Erdgasleitung verlegt worden war, erzählt Wartenberg. Möglicherweise bestehe da ein Zusammenhang. Den hinter seinem und den Nachbargrundstücken entlang führenden Weg hat er mit rot-weißem Trassierband abgesperrt. Schließlich ist selbst ein Gedo-Mitarbeiter urplötzlich bis zur Hüfte in einen Bibergang eingebrochen. „Wer weiß, wie weit die unter meinem Grundstück führen.“ Wartenberg weist noch auf eine andere Gefahr hin: Der Biber hat zwei große Bäume fast durchgenagt, die wenige Meter vom Dixie-Klo für die Storchenturm-Besucher stehen. Der eine würde direkt auf das blaue Kabuff fallen. „Ich hab’ nichts gegen Natur und Umwelt“, sagt Bernd Wartenberg, „aber Sicherheit und Gesundheit der Menschen sollten doch Vorrang haben, oder?“

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Moldawier 07.09.2011 - 09:52:07

NABU hilft

Ich denke das ist ein gutes Thema für den NABU. Erhalt des Storchenturms und die Biberansiedlung an einen Ort zu regeln.

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