Nach einem Stadtrundgang in Oderberg und einem Abstecher nach Lüdersdorf ging es nach Pinnow. Der fast vollständig sanierte Gutshof wurde als gelungenes Beispiel präsentiert. Danach ging es zum Bahnhof in Niederlandin. Von der Bahn seinem Schicksal überlassen, kämpfen die Häuserretter um dessen Erhalt und eventuell sogar Wiedereinbindung in den Öffentlichen Personennahverkehr. Sturmschäden und Regen haben dem Dachstuhl zugesetzt. "Für einen Zimmermann wäre das in zwei Monaten erledigt. Einen weiteren Monat mehr das komplette Dach", sagte er. Die Bahn kümmere sich nur um den Bahnverkehr. Die Gebäude verfallen. "2019 soll der Bahnhof verkauft werden. Wahrscheinlich wird er meistbietend versteigert, statt ihn dem zu geben, der das beste Konzept hat", befürchtet Ciupka.
Auch am Haus der Familie Benz/Weiss in Landin, das Ende 2017 brannte, wurde Halt gemacht. Die Ruine ist fast beräumt. Das denkmalgeschützte Nachbarhaus sollte abgerissen werden. Statt ein neues Haus daneben zu bauen, sollte die Versicherung in die denkmalschutzgerechte Sanierung investieren, sagten die Häuserretter. Es gäbe verschiedene Möglichkeiten. "Aber woher soll der Bauherr das wissen, wenn keiner da ist, der ihn berät", sagte Kiri Westphal.
Es sei selbstverletzend, was oft mit denkmalgeschützten Gebäuden passiere, fast wie bei der Borderline-Krankheit. "Wir laufen Symptomen hinterher, statt die Ursache zu bekämpfen", sagte Andreas Rieger. Der Umgang mit Denkmälern in Brandenburg habe ein gewisses Muster. Man müsse überlegen, wie man grundsätzlich damit umgeht und welchen Stellenwert das kulturelle Erbe habe. Denkmalzerstörer müssten an den Pranger gestellt und zur Kasse gebeten werden, forderte Kiri Westphal. Das Geld könnte man für den Erhalt anderer Denkmäler nutzen. Es ginge nicht nur mit Restriktionen, man müsse auch helfen und beraten, so Andreas Rieger. "Dazu brauchen wir Unterstützung auf kommunaler Ebene."
Letzte Station war das Schloss Hohenlandin. Das sei Sinnbild für die abgehängte ländliche Region, erklärte Kiri Westphal. In Potsdam würde man nicht so lange zugucken. "Hier stehen die Originale und in Berlin und Potsdam werden nachgebaute Stuckteile angeklebt", so der Kommentar von Mats Ciupka.
Marie Luise von Halem zog ein Resümee des Besuchs: "Es wird deutlich, wie wichtig Baukultur für die Menschen und Ortsbilder ist. Auch wenn es derzeit keinen konkreten Nutzungszweck gibt, sind Denkmäler es wert, sie für künftige Generationen zu erhalten." Landkreise müssten bei Pflichtverletzungen öfter Bußgelder verhängen und Eigentümer über Finanzierungen besser beraten werden, zum Beispiel durch Beiräte. Auf Landesebene sollte der Denkmalschutzfonds besser ausgestattet werden. Auf lokaler Ebene gebe es Initiativen, aber man brauche eine Lobby auf Landesebene. "Möglicherweise versuchen wir, einen Landesdenkmalverein etablieren. Das werden wir im Auge behalten", versi-cherte Marie Luise von Halem.