Auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung in Schönermark sorgte ein Thema für starke Spannungen. Oder-Welse-Amtsdirektor Detlef Krause und die Landiner Ortsvorsteherin Verena Siewert stritten darüber, ob sich die Gemeinde Mark Landin bereits für eine geplante Starkstromleitung ausgesprochen hat oder nicht. Laut Detlef Krause ist das schon passiert. "Beschluss ist Beschluss. Ihre Aktenlage interessiert nicht", sagte er in Richtung Verena Siewert. Die sieht die Sachlage anders.
Die sogenannte Uckermarkleitung, der geplante Neubau einer 380-kV-Freileitung von Bertikow über Landin nach Neuenhagen, sorgt bei einigen Landinern für Angst und Verunsicherung. Gegner der geplanten Trasse suchen am Dienstag nach Ostern den Dialog mit dem Netzbetreiber 50Hertz. An diesem Tag wird sich ein Verantwortlicher für Projektkommunikation des Unternehmens selbst ein Bild über die Situation in Landin machen. Laut Aussage der Kritiker können betroffene Anwohner ihm vor Ort Fragen zu der geplanten Starkstromleitung stellen.
Die Gegner der Uckermarkleitung warnen vor Gesundheitsgefährdungen, Geräuschpegel, Entwertung ihrer Grundstücke und einer Zerstörung des Landschaftsbildes. Der Abstand der 380-kV-Leitung zur Wohnbebauung in Landin werde circa 270 Meter betragen. Die dort bereits bestehende 110-kV-Leitung gehört zum Verteilnetz der E.ON edis. Sie wird nach jetzigem Kenntnisstand so bestehen bleiben.
Zur Uckermarkleitung gingen beim Bergbauamt Cottbus bereits über 1500 Einwendungen ein. Die Stadt Angermünde etwa lehnt die Streckenführung ab. Im Bereich Landin soll die Freileitung gemäß Planfeststellungsverfahren zwischen den Eisenbahnschienen und der Bundesstraße 2 verlaufen.
Verena Siewert und andere Landiner haben bereits 2010 für die Bürgerinitiative "Biosphäre unter Strom" 238 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt. Sie fürchten sich vor Elektrosmog.
Das Treffen mit 50Hertz findet am 10. April um 11 Uhr am Ortseingang Landin aus Richtung Pinnow kommend statt.
Schreckgespenst: In Landin sorgt eine geplante Höchststromleitung bei Teilen der Bevölkerung für Angst und Verunsicherung. Foto: MOZ/Karl-Heinz Wendland