Aufatmen gab es am Freitag in Schöneberg. Nach vier Monaten konnte der freilaufende Hund endlich eingefangen werden. Der Rüde fühlte sich dermaßen von einer läufigen Hündin im Dorf angezogen, dass deren Besitzerin nur noch das Hoftor öffnen und ihm Halsband und Leine anlegen musste. Brav ließ er sich das gefallen, nachdem er in den Wochen zuvor immer vor Menschen auf der Flucht war.
Seit August machten sich engagierte Schöneberger um den Streuner Sorgen, bei dem es sich um einen Akita Inu handelt. Es war nachts schon ab und zu empfindlich kalt. Aus der Entfernung schien er zeitweilig immer schwächer zu werden. Es gab auch die Befürchtung, dass der herrenlos laufende Hund abgeschossen werden könnte. Manche Hundehalter trauten sich mit ihren Tieren kaum auf die Gassi-Runde, denn man wusste nicht, ob der Streuner gefährlich ist. Allerdings war er eher ängstlich als aggressiv.
Nachdem Bemühungen um Hilfe anfangs ins Leere liefen, wandten sich die Schöneberger an das Veterinäramt des Landkreises. Im Oktober bot auch Marion Schönfeld aus Schwedt, die schon einmal die Sicherung eines Hundes organisiert hatte, praktische Hilfe an. Es wurde ein Sachkundeteam gebildet und eine Futterstelle eingerichtet. Am Ende siegte beim Akita die Liebe über die Angst. Auch der amtliche Tierarzt Henry Strathmann ist froh, dass der Hund eingefangen wurde. "Es ist großartig gelaufen", sagt er. Der Akita wurde aus Tierschutzgründen vorerst in Obhut genommen, bis entschieden wird, was mit ihm geschieht.

Recht aufs Eigentum

Die Schöneberger Tierfreunde und ihre Helfer hoffen, dass er ein sicheres Zuhause findet, in dem man Verantwortung übernimmt, sagten sie. Dass er zu seinem früheren Halter kommt, will man angesichts der Aufregung und vieler geopferter Stunden und Nerven nicht glauben. Doch das ist wohl das Naheliegendste. "Als Behörde sind wir an rechtliche Regeln gebunden", sagt Henry Strathmann. "Der Eigentümer hat Anspruch auf das Tier, wenn Verstöße gegen das Tierschutzgesetz nicht belegbar sind." Für den Hund gebe es einen Impfausweis und die Nummer eines Chips.
In Gesprächen berichtete der Besitzer, dass er den Hund erst wenige Tage hatte, als er vom Grundstück verschwand. Er habe das Tier auch weiter gefüttert. "Wir müssen uns schon an Gesetze halten und können den Besitzer nur beauflagen, dafür zu sorgen, dass der Hund nicht wieder wegläuft." Das freie Umherlaufen von Hunden ist eine Ordnungswidrigkeit. Sie zu ahnden, ist Sache des zuständigen Ordnungsamtes. Mit dem Ordnungsamt des Amtes Oder-Welse stehe man in Kontakt, berichtet der amtliche Tierarzt. "Wir werden mit Adleraugen darauf achten, das nichts passiert." Er versichert, regelmäßig in Schöneberg vorbeizusehen.
Noch ist der Akita in Obhut und werden Fakten zusammengetragen. "So sehr ich die engagierten Leute verstehen kann, die sich für den Hund eingesetzt haben, derzeit überwiegt der Eigentumsanspruch der Besitzer", so Henry Strathmann.