Für Marius Sperling (U 18) war die Ansage von Trainer Hartmut Schulze klar: "Von ihm erwarte ich Platzierungen unter den besten Drei" sagte er im Hinblick auf dessen Leistungsentwicklung im Hürdensprint. Auch für Leon Senger (U 18), der seit Jahren an der Sportschule Potsdam trainiert, aber weiterhin für den Sportclub Frankfurt startet, ging die Erwartung über die Mittelstrecke in die gleiche Richtung.Am Ende konnten beide Jungen bei ihren Landesmeisterschaften in Berlin die Zielstellung erfüllen.
Marius siegte in 8,26 Sekunden mit drei Zehntel Vorsprung deutlich über 60 Meter Hürden. "Er ist damit seiner Favoritenrolle gerecht geworden. Damit schafft er sich gute Voraussetzungen für seine Spezialdisziplin, die 400 Meter Hürden, im Sommer". So Hartmut Schulze, der dabei auch immer die eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten der Frankfurter Leichtathleten im Vergleich zu den Sportschülern im Blick hat.
Marius überraschte aber auch. Denn bei allen fünf Starts an den zwei Wettkampftagen legte der hochaufgeschossene Leichtathlet Bestleistungen hin, gewann Silber über 400 Meter (52,14 s) und Bronze über 200 Meter (23,32 s). Im Weitsprung wurde Marius ohne spezielles Training mit 6,40 Meter in neuer persönlicher Bestleistung Vierter. Über 60 Meter gewann er das B-Finale.
"Am meisten habe ich mich natürlich über den Landesmeistertitel gefreut", gibt der 16-Jährige zu. "Dass alle Ergebnisse so gut waren, hat mich überrascht. Denn beim Training in den vergangenen Wochen habe ich mich gar nicht so top gefühlt."
Leon Senger selbst hatte nicht so sehr einen Titel vor Augen. "Ich wollte nur eine gute Zeit", betonte er. So lief er über die 800 Meter von Anfang an vorneweg. Mithalten konnte von den anderen Berliner und Brandenburger Mittelstrecklern niemand. "Am Ende wurde es aber schwer, mich zu motivieren und durchzuziehen", resümierte der drahtige Läufer. Mit seinen 1:57,81 Minuten war er enorme fünf Sekunden schneller als der Zweite. Mit seiner Zeit qualifizierte sich Leon zugleich für die Deutschen Meisterschaften im Februar in Halle, für die er wie Marius im Hürdensprint in der U 20 starten wird, weil diese Titelkämpfe erst aber dieser Altersklasse ausgeschrieben sind.
In Berlin waren mit Clemens Wilke und Frederike Lehmann (U 16) auch zwei Frühstarter in mehreren Disziplinen dabei. Bei diesem Trainingswettkampf zeigte Clemens vor allem über 60 Meter Hürden in 9,42 s als Fünfter eine gute Leistung, zumal er in der höheren Altersklasse eine neue Hürdenhöhe und längere Zwischenabstände bewältigen musste. Friederike, das einzige Frankfurter Mädchen in diesem Altersbereich, platzierte sich mit ihren zwölften Plätzen über die Hürden und 400 Meter im guten Mittelfeld.
Eine Woche später, bei den Meisterschaften der U 16 in der Potsdamer Halle am Luftschiffhafen, kamen die beiden zu den erhofften Meisterschaftsehren und gewannen mit persönlichen Bestzeiten Bronzemedaillen über die Hürden: Frederike in 9,61 s, Clemens in 9,18 s.
Dem 14-Jährigen fielen die Läufe nicht leicht: "Ich trainiere mehr über die höheren Hürden, weil ich damit besser zurecht komme". Er lief auch über 60 Meter auf Platz 3. Über 300 Meter wurde Frederike Fünfte und Clemens Sechster.
Trainer Hartmut Schulze lobte seine beiden Schützlinge: "Im Vergleich mit den Sportschülern haben sie gute Ergebnisse erzielt und unseren kleinen Verein gut dargestellt."
Leon Senger startete am selben Wochenende in der für ihn höheren U 20 und erreichte bei seinem ersten Meisterschaftslauf über 400 Meter gleich einen sechsten Platz (52,56 s).
Für gleich vier Frankfurter Sportler mit Medaillenambitionen mussten die Meisterschaften aufgrund von kurzfristigen Erkrankungen oder krankheitsbedingtem Trainingsrückstand ausfallen.