Und der erste Auftritt ist dabei durchaus beeindruckend. Wenn auch aus schnödem Hartplastik, die Transport- und Ladebox im abgerundeten Design liegt gut in der Hand und sieht durchaus ansprechend aus. Auf fallen zudem bereits beim ersten Aufeinandertreffen zwei Dinge: Mit 90 Gramm ist das Package deutlich schwerer als von der Konkurrenz gewohnt und auf der Rückseite befindet sich neben dem üblichen USB-Micro auch ein normaler USB-Anschluss. Auch ohne die zusätzliche Bezeichnung "in" und "out" hat der fachkundige User den Grund längst erkannt. Die Box dient nicht nur als Ladestation für die Hörer, sondern ist zugleich Powerbank. 2500mAh sind zwar jetzt nicht die Welt, aber immerhin ein guter Retter in der Not. Nur für die InEars reicht es gar für ganze acht Ladezyklen. Und wenn man nun einrechnet, dass eine "Füllung" für bis zu zehn Stunden Musik sorgt, wird die Sache fast schon sensationell. Da darf man im Urlaub auch mal das Kabel vergessen haben. True wireless eben...
Bevor man sich allerdings in diese Details eingelesen hat, dürften die meisten Nutzer bereits einen ganz anderen Aha-Effekt erlebt haben. Denn wer den gut passenden Deckel zu den Stöpseln öffnet wird mit einem Lichtspiel empfangen. Ein LED-Kranz an der Außenseite der Hörer leuchtet erst in smarten Rot und wechselt, wenn gekoppelt, in sattes Blau. Sehr beeindruckend. Doch keine Angst, niemand läuft als wandelnde Lichtsäule durch die Gegend. Sobald aus der Box genommen, erlischt die Beleuchtung. Apropos gekoppelt: Easy going ist hier das Motto. Problemlos erscheinen die Hörer im iOS- oder Android-Bluetooth-Menü und werden, einmal ohne jegliche Passwort-Eingabe o.ä. gekoppelt, immer sofort erkannt und verbunden, sobald der Deckel geöffnet wird.

Ausdauernd und universell einsetzbar

Aber die Pure Air können mehr als nur Schischi. Zum einen muss die ausgezeichnete Passform gelobt werden. Dank eines kleinen Steges an der Außenseite lassen sie sich trotz ihrer geringen Größe problemlos ins Ohr hineindrehen und halten dort, ebenfalls dank der Stegunterstützung, in fast allen Lebens- und Anforderungslagen. Nicht unwichtig für alle jene, die Sport in jeglicher Ausführung als Haupteinsatzgebiet ansehen. Dazu sind die Schallwandler spritzwassergeschützt, was ebenfalls für einen ungetrübten Außeneinsatz spricht. Doch all jenes ist nur die Kür. Entscheidend für die meisten User ist die Pflicht, sprich, wie klingen die Dinger denn nun?
InLine hält sich ein wenig mit technischen Angaben zurück. Die niedrige Impedanz von 32 Ohm garantiert zumindest, dass an die Quelle keine hohen technischen Anforderungen gestellt werden und erklärt auch die exorbitant lange Laufzeit. Gleichzeitig darf man von niederohmigen Hörern nicht so viel Auflösung und Details erwarten. Im Praxistest allerdings schwächelten die Pure Air nicht wirklich. Keine Frage, der Bass wird gepuscht. Was bei teureren Modellen in verschiedenen Anwendungsmodi nach Gusto nachjustiert werden kann, ist hier fest vorgegeben. Mag nicht jeder. Die Höhen kommen auch gut rüber, wenngleich die absoluten Spitzen sicher noch Luft nach oben hätten. Während die abgebildete Bühne in der Breite sich wirklich hören lassen kann, fehlt es in der Tiefe etwas. Aber hey, das erscheint allein schon angesichts des Preises als jammern auf hohem Niveauund ist zudem auch stark vom Musikgeschmack und Einsatzgebiet abhängig.
Klar ist, die InLine Pure Air sind für den mobilen Einsatz, draußen oder bei Aktivitäten konzipiert. Dabei schlagen sie sich außerordentlich gut, sitzen nahezu perfekt und machen in Sachen Design und Verarbeitung einen spitzenmäßigen Eindruck. Die Powerbank ist zudem eine nützliche Dreingabe und für alle, dies es gern etwas üppiger im Auftritt mögen, ist die Beleuchtung rund ums Case vielleicht das Killerfeature schlechthin. Kurzum, im Preis-Leistungsverhältnis nicht zu schlagen und qualitativ deutlich in einer höheren Liga.
InLine Pure Air
www.inline-info.com/de/pure-air