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Bürgerhaushalt
Kletterlandschaft und Open-Air-Kino erhalten die meisten Stimmen

Der Platz hinter dem Vorschlag "Kletterlandschaft für die Bergfelder Grundschule" reichte nicht für die vielen Aufkleber, die am Tag der Entscheidung für diesen Vorschlag abgegeben wurde. Diese Idee bekam am Ende fast tausend Stimmen.
Der Platz hinter dem Vorschlag "Kletterlandschaft für die Bergfelder Grundschule" reichte nicht für die vielen Aufkleber, die am Tag der Entscheidung für diesen Vorschlag abgegeben wurde. Diese Idee bekam am Ende fast tausend Stimmen. © Foto: Jürgen Liebezeit
Heike Weißapfel / 09.10.2019, 17:38 Uhr
Hohen Neuendorf (MOZ) Die Kletterlandschaft für die Bergfelder Ahorn-Grundschule ist der größte Posten im diesjährigen Bürgerhaushalt. Von den 100 000 Euro nimmt sie gerade das zulässige Drittel in Anspruch. Mit 981 Punkten hat die Spiellandschaft aus Seilen und Holz sowie mit einem Trampolin auch die weitaus meisten Befürworter gehabt. Der Spielplatz ist öffentlich nutzbar.

Die Anzahl der abgegebenen Stimmen bildet auch das wichtigste Kriterium für die Beschlussfassung der Stadtverordneten. Am Dienstagabend haben die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses die Projekte, die umgesetzt werden sollen, einstimmig empfohlen. Von 216 eingegangenen Vorschlägen waren 57 als umsetzbar eingestuft worden. Dieses Jahr sind es vor allem Ideen aus den Bereichen Umwelt und Natur, Sicherheit und Ordnung sowie Kultur.

Vorerst 250 Pfandbecher

Darunter ist ein Pfandbechersystem in den Cafés, Eisdielen und Supermärkten der Stadt, das die Papp-To-Go-Becher möglichst überflüssig machen soll. Vorerst ist eine Anschubfinanzierung von 7 000 Euro für 250 Becher plus einer Werbekampagne dafür geplant. Die Partner in den Geschäften müssten dann auch mitmachen. "Es gibt sicher noch Probleme mit der Hygiene, aber andere schaffen das ja auch", sagte Marketing-Fachbereichsleiterin Ariane Fäscher.

Bei dem Wunsch nach einem temporären Open-Air-Kino seien die Vorbereitungen in der Verwaltung schon weit gediehen, erläuterte Ariane Fäscher. Es werde wohl auf der Beachvolleyballanlage realisiert – in der Hoffnung, dass nicht zu viel Popcorn im Sand landet.

Streuobstwiesen sollen in jedem Stadtteil auf mindestens einer öffentlichen Fläche entstehen, die mit alten Apfelbaumsorten bepflanzt wird. So sollen zum einen Biotope für Vögel und Insekten geschaffen werden und dort gleichzeitig Pestizid-freies Obst wachsen, das sich die Einwohner pflücken können.

Der Bergfelder Frauenpfuhl soll für 17 000 Euro wieder so gestaltet werden, dass er zum Spazierengehen einlädt. Die Idee wurde aber aus dem Bürgeretat heraus- und in den regulären Haushalt der Stadt aufgenommen. Ein Steg um die Pechpfuhle soll aber mit 20 000 Euro aus dem Bürgeretat-Topf finanziert werden. "Die Stege waren mal durch eine AB-Maßmahme entstanden, und jetzt sieht es so verrottet aus", sagte Dr. Sylvia Scholz (Linke). Nach der Neugestaltung müssten sie besser gepflegt und gewartet werden.

Seil für Eichhörnchen

Der elektronische Flügel für den Ratssaal, ist kleiner als ein normaler Konzertflügel. Er soll bei manchen Kulturveranstaltungen zum Einsatz kommen, die regelmäßig im Saal geplant sind.

Auch an die Kleinsten wurde aber gedacht. So wird künftig in der August-Müller-Straße in zehn Metern Höhe ein Eichhörnchenseil zwischen zwei Bäumen gespannt, damit die Tiere sicher über den Friedensplatz eilen können.

Bei künftigen Auswertungsveranstaltungen soll es möglich sein, online Punkte zu vergeben, erklärte Ariane Fäscher, aber weiterhin im Rahmen einer Veranstaltung und nicht von zu Hause aus. Der Bürgeretat soll auch weiterhin dazu dienen, dass Leute sich begegnen und im Gespräch die vielen Ideen beurteilen. Die Präsenz vor Ort sei wichtig, so die Erfahrung von Bürgermeister Steffen Apelt (CDU). "In den sechs Stunden waren 750 Leute da, und viele hatten noch Fragen. Das ist dann anonym in der Kabine nicht mehr möglich." Auf der anderen Seite berge die Online-Abstimmung, beispielsweise im Rahmen des Herbstfestes, die Chance, noch viel mehr Leute zu erreichen.

Die Projekte im Überblick

Kletterlandschaft für die Bergfelder Ahorn-Grundschule: 981 Stimmen, 32 000 Euro.Open-Air-Kino in Hohen Neuendorf: 259 Stimmen, 8 000 Euro.Pfandbecher für Kaffee und andere Getränke: 128 Stimmen, 7 000 Euro.Streuobstwiesen in allen Stadtteilen: 127 Stimmen, 7 000 Euro.Steg um die Pechpfuhle: 116 Stimmen, 20 000 Euro.Elektronischer Klavierflügel: 106 Stimmen, 7 000 Euro.Wassersäcke für Stadtbäume:  105 Stimmen, 4 000 Euro.Zusätzliche Abfalleimer/Hundekotbeutelspender in Borgsdorf-Venedig: 89 Stimmen, 2 000 Euro.Flohmarkt in Hohen Neuendorf: 87 Stimmen, 3 000 EuroEichhörnchenseil in der August-Müller-Straße in Bergfelde, 87 Stimmen, 1 000 Euro.Online-Abstimmen für künftige Bürgerhaushalte: 84 Stimmen, 8 000 Euro.Blumenwiese am Bergfelder Insektenhotel, 1.-Mai-Platz: 59 Stimmen, 500 Euro.

99 500 Euro sind an sich eine Punktlandung für den Etat. Die Summen sind aber nur geschätzt und können sich noch ändern. Einige Nachrücker-Projekte gibt es für den Fall, dass weniger Geld verwendet wird.⇥hw

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