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Prozess
Angstzustände nach Explosion – Gericht verwarnt Böllerwerfer

Der Fall wurde am Amtsgericht Oranienburg verhandelt (Archivbild).
Der Fall wurde am Amtsgericht Oranienburg verhandelt (Archivbild). © Foto: Jana Reimann-Grohs
Tilman Trebs / 07.11.2019, 19:34 Uhr
Oranienburg (MOZ) Oranienburg. Mit einer vergleichsweise glimpflichen Strafe ist ein 19-jähriger Oranienburger im Amtsgericht Oranienburg davon gekommen. Er hatte bereits im Dezember 2017 und im April 2018 von seinem Fenster aus einen Böller auf ein Auto und eine Bierflasche gegen einen Bus geworfen.

Der Böller war am 4. Dezember 2017 im Lüftungsschlitz zwischen Windschutzscheibe und Motorhaube eines Autos, das an einer Ampel an der Berliner Straße wartete, gelandet. Der Böller war im Motorraum explodiert und sorgte für starke Rauchentwicklung im Fahrzeug. Ein im Pkw sitzendes dreijähriges Kind litt danach wochenlang unter Angstzuständen. Tatmotiv sei Langeweile gewesen, soll der Angeklagte in der nichtöffentlichen Verhandlung gesagt haben, erklärte die Staatsanwaltschaft Neuruppin am Donnerstag auf Nachfrage.

Obwohl der damals 17-Jährige in seiner Vernehmung durch die Polizei im März 2018 eindringlich auf mögliche schwere Folgen solcher Taten hingewiesen worden war, warf er am 5. April desselben Jahres von seinem Fenster aus eine Flasche gegen einen Bus. Dadurch war eine Scheibe zerstört, aber niemand verletzt worden.

Dennoch beließ es das Amtsgericht den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge bei einer Verwarnung und einer Geldauflage von 350 Euro, die der Täter, der sich auch noch wegen zwei weiteren Sachbeschädigungen verantworten musste, ans Oranienburger Hospiz zahlen soll.

Begründung für das relativ milde Urteil: Der junge Mann hat inzwischen eine Integrationsmaßnahme zur Haftvermeidung erfolgreich absolviert, wird als Praktikant zurzeit auf eine Ausbildung zum Dachdecker vorbereitet und ist seit dem Vorfall mit der Bierflasche nicht mehr auffällig geworden. Seine Sozialprognose sei deshalb als positiv zu bewerten.

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