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Junge Bleie einst dort daheim

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boris kruse / 26.08.2009, 08:39 Uhr
Schwedt Straßennamen dienen nicht nur der Orientierung, sie erzählen auch Geschichten. Sie erinnern an wichtige Ereignisse und ehren bedeutende Persönlichkeiten. Und jede Straße in Schwedt hat ihren eigenen aussagekräftigen Namen, dem sich unsere MOZ-Serie widmet. Heute: der Flinkenberg.

Vor langer Zeit muss ein Gewässer mitten in der heutigen Altstadt von Schwedt gelegen haben; ein kleiner Teich oder ein Pfuhl. Durch einen Graben, so die Überlieferung, war dieses Gewässer zumindest zeitweilig mit der Oder verbunden. Die genauen Jahreszahlen sind allerdings nicht bekannt.

Jedenfalls waren darin Fische zu Hause: Die Schwedter züchteten dort die sogenannten Flinken, das sind die Jungtiere des Bleis.

Dieser Fisch aus der Familie der Karpfenfische gab der Straße, die zwischen der Berliner Straße und dem Vierradener Platz gelegen ist, später ihren Namen.

Das, obwohl das rätselhafte Gewässer eigentlich im Dreieck zwischen der Fabrikstraße und der Louis-Harlan-Straße gewesen sein soll. Da der Teich jedoch zu einer Seite hin von einem hohen Rand eingefasst war, dessen Ausläufer sich bis zum heutigen Flinkenberg erstreckten, erhielt diese Straße später den Namen. Per Magistratsbeschluss wurde der Flinkenberg am 17. November 1945 mit der damaligen Viehmarktstraße zusammengelegt.

Heute stehen in der Straße noch einige ältere Stadthäuser, und nicht zuletzt künden die rekonstruierten Reste der Stadtmauer an ihrem Südende von der Vergangenheit Schwedts. Das kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Flinkenberg etwas abseits der vielgenutzten Pfade Schwedts liegt. Für Geschäftsinhaber ist mit der Lage derzeit nicht viel Staat zu machen: "Dazu sind, im Gegensatz zu Angermünde, zu wenig Altbauten erhalten", sagt Klaus Schröder, Betreiber der Videothek "Video Corner". Ferner stört ihn der Mangel an Kundenparkplätzen.

Fast hätte die Straße ein anderes Schicksal ereilt und sie wäre ganz groß rausgekommen: Planungen aus dem Jahr 1744 zufolge sollte ein prachtvolles Gotteshaus der französisch reformierten Kirche am Flinkenberg errichtet werden. Das Bauvorhaben wurde jedoch drei Jahre später als Berlischky-Pavillon an der heutigen Lindenallee realisiert.

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