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900 000 Euro Zuschuss für Sportstätten-Nutzung

Joachim Eggers / 30.06.2016, 06:59 Uhr
Erkner (MOZ) Für Kinder und Jugendliche aus Erkneraner Vereinen und Gruppen bleibt die Nutzung der Sportstätten in der Stadt kostenlos. Auch sonst bleiben die Entgelte weit hinter dem zurück, was die Stadt als Kosten ermittelt hat. Insgesamt summiert sich die Bezuschussung auf 900 000 Euro.

Die neue Entgelt-Ordnung, die die Stadtverordneten am Dienstagabend beschlossen haben, folgt einem gemeinsamen Vorschlag der Fraktionen von SPD und CDU. Die Entgelt-Ordnung, die ausdrücklich keine Satzung ist, vereinfacht das bisherige Regelwerk, ist aber immer noch nach fünf verschiedenen Nutzergruppen aufgeteilt. Innerhalb der meisten wird noch zwischen Erwachsenen ab 18 Jahren und Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre unterschieden, außerdem bei allen Gruppen zwischen einer einmaligen oder Sondernutzung und einer Jahresnutzung. Die gilt als gegeben, wenn die Gruppen sich mindestens zehn Monate im Jahr und mindestens einmal in der Woche betätigen.

Ausgangspunkt der Debatte war eine Kalkulation der Stadt, die besagte, dass jede Stunde Sport 69,12 Euro koste. Bis zum Dienstagabend prägte der Streit darüber, ob das nun richtig sei, die Debatte mehr als alles andere. Michael Voges von der Linken nannte die Kalkulation "haltlos", schloss sich aber ausdrücklich dem Leitgedanken von SPD und CDU an, dass Sport vor allem für Erkneraner in Erkner weiter günstig sein soll, weil daran so viel soziales Leben in der Stadt hängt. Ihm wäre es aber lieber, so Voges, wenn die Entscheidung eine genauere Grundlage hätte. Es sei nur eine Behauptung, fiel Bürgermeister Jochen Kirsch Voges ins Wort, dass die Kalkulation nicht stimme. Voges' Kritik stieß nicht nur bei Kirsch auf wenig Verständnis.

Tatsächlich gibt es bei den wichtigen Positionen gar keine Veränderung - für die Kinder- und Jugendgruppen aus Erkner bleibt die Nutzung gratis - oder die Entgelte werden nur gerundet, bei den Erwachsenen zum Beispiel von 4,09 Euro auf 4 Euro.

Für die Auswärtigen steigen die Entgelte zum Teil kräftig. Bisher zahlen Erwachsenen-Sportgruppen, die mehrheitlich aus Nicht-Erkneranern bestehen, 15,34 Euro pro Stunde (künftig: 35 Euro); sind die Teilnehmer unter 18 Jahren, steigt der Satz von 8,18 auf 17,50 Euro. Wegen der ausgebuchten Sportstätten gebe es aber kaum solche Gruppen, sagt Margit Schindelasch. Jan Landmann aus der SPD-Fraktion sprach von einem Stück Gegenfinanzierung.

Am teuersten wird die Nutzung für die sogenannten sonstigen Nutzer. Das bezieht sich in der Regel auf die gewerblichen Veranstaltungen in der Stadthalle wie Volksmusik-Konzerte. Die 40 Euro pro Stunde werden aber nach Auskunft von Margit Schindelasch auch von der Wohnungsgesellschaft für ihren Herbstball verlangt.

Die Gesamtdifferenz zwischen Kosten und Einnahmen aus Entgelten spielte am Dienstagabend keine Rolle. Diesen Wert gab Margit Schindelasch am Mittwoch auf Nachfrage mit rund 900 000 Euro an.

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