Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wasserbüffel in Wochowsee

Zur Fütterung mit Leckerli angetreten: Hannelore Schulze hat den Wasserbüffeln knackige Mohrrüben mitgebracht. Die Tiere stehen auf einer Weide in Wochowsee und sind gegenüber Menschen, die sie gut kennen, außerordentlich zutraulich.
Zur Fütterung mit Leckerli angetreten: Hannelore Schulze hat den Wasserbüffeln knackige Mohrrüben mitgebracht. Die Tiere stehen auf einer Weide in Wochowsee und sind gegenüber Menschen, die sie gut kennen, außerordentlich zutraulich. © Foto: MOZ/Jörn Tornow
Iris Stoff / 13.10.2010, 08:00 Uhr
Wochowsee (In House) Im Landkreis Oder-Spree sind nach Angaben des Veterinäramtes derzeit verschiedene Projekte in Vorbereitung, Wasserbüffel für die Landschaftspflege zu nutzen. Eines davon ist jetzt im Storkower Ortsteil Wochowsee bereits konkret geworden. Dort stehen seit kurzem die ersten dieser Tiere auf der Weide.

„Komm, Sole, komm“, lockt Hannelore Schulze und hält eine Mohrrübe in der Hand. Gemächlich trottet das Muttertier auf sie zu und lässt sich am Hals kraulen. Im Gefolge das kleine Kälbchen namens Oase sowie die beiden Jährlinge Zora und Flocke. „Wasserbüffel sind ganz zutraulich zu ihren Bezugspersonen“, erklärt Hannelore Schulze, „sie sind sehr intelligent, können sich wie Elefanten über Jahre hinweg Menschen merken.“

Hannelore Schulze ist die Eigentümerin des Gutes Wochowsee, zu dem neben großzügigen Pferde-Stallungen und Reitanlage auch 262 Hektar Wald, Feld und Wiese gehören. „Schon vor 2001, als mein Mann noch lebte, hatten wir die Idee, in Wochowsee außer den Pferden noch andere Tiere zu halten, die sich in dieser Gegend heimisch fühlen könnten. Wir dachten an Bisons, Yaks, Galloways, Hirsche oder Schafe“, erzählt sie. Nach genauerer Information habe sich jedoch immer herausgestellt, dass irgend etwas nicht passte. Nun also die Wasserbüffel. Dieser Vorschlag sei allerdings von anderen an sie herangetragen worden, so Hannelore Schulze. Ihr selbst seien Wasserbüffel zunächst nur als gefährliche Tiere aus Afrika bekannt gewesen. Sie habe auch gewusst dass Wasserbüffel im asiatischen Raum als Arbeitstiere in den Reisfeldern zum Einsatz kommen und kannte den köstlichen Büffelmozarella. „Aber weiter hatte ich mir darüber bisher keine Gedanken gemacht.“

Nach der Idee folgte dann die genaue Information. „Wir waren eine größere Gruppe von Leuten, die Interesse an Projekten mit Wasserbüffeln hatte, sahen uns unterschiedliche Höfe an, die unterschiedliche Schwerpunkte hatten. Unter anderem auch die Landschaftspflege in Naturschutzgebieten, Landschaftsschutzgebieten, naturnahen und sehr feuchten Gebieten. Und je mehr wir erfuhren, um so mehr wuchs die Begeisterung“, schildert Hannelore Schulze, wie es weiterging. Gemeinsam mit zwei weiteren Idealisten, dem Ortsbürgermeister von Wochowsee Michael Kurz und Ulrich Simmat, habe sie dann die Bufali GbR Wochowsee gegründet.

Bufali ist die italienische Bezeichnung für Büffel. Und die Wasserbüffel, die nun in Wochowsee stehen, sind echte Italiener. Gekauft wurden die Tiere bei einem Züchter in der Nähe von Gifthorn. Eigentlich war sie nur dort hingefahren, um mal zu schauen, so Hannelore Schulze. Doch dann sei sie so überwältigt gewesen, dass sie nach Rücksprache mit ihren Partnern die Sache gleich mit Handschlag perfekt gemacht habe. „Es war einfach toll, was ich dort erlebt habe“, schwärmt sie. „Wir liefen zwischen Mutterkühen herum, die mit Pferden friedlich grasten und gingen sogar auf die Weide, wo der Züchter seine beeindruckenden Wasserbüffelbullen hatte.“ Erworben wurden eine trächtige Mutterkuh und zwei Jährlinge. Mittlerweile ist auch das Kälbchen auf die Welt gekommen.

Zunächst sind die Tiere auf das Berliner Grundstück von Hannelore Schulze gebracht worden. Dort standen sie sechs Wochen auf der Wiese, um ihr Verhalten zu studieren. Inzwischen befindet sich die kleine Herde auf einer Weide bei Wochowsee, wo ihre Besitzer die Tiere gut im Blick haben. Dort soll auch ein Unterstand für den Winter gebaut werden.

Geplant sei, die Herde peu á peu weiter zu vergrößern, so Hannelore Schulze. Im nächsten Jahr solle zu diesem Zweck ein Bulle ausgeliehen werden. „Anliegen unserer GbR ist es, die Wasserbüffel in der Landschaftspflege, zum Beispiel bei der Pflege von Feuchtwiesen, einzusetzen. Sie fressen auch Erlenaufbruch und Schilf weg.“

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG