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Besser lernen in kürzeren Stunden

Blockweise lernen: Dreiklang-Schulleiter Matthias Schreck und Schüler Florian Langner (r.) im Chemieunterricht der Klasse 8c.
Blockweise lernen: Dreiklang-Schulleiter Matthias Schreck und Schüler Florian Langner (r.) im Chemieunterricht der Klasse 8c. © Foto: MOZ
Hubertus Rößler / 10.11.2010, 07:50 Uhr - Aktualisiert 10.11.2010, 07:52
Schwedt (In House) Brandenburg schneidet bei Bildungsstudien traditionell schlecht ab. Viele Lehrer klagen über unkonzentrierte und überforderte Schüler. Um dem entgegen zu wirken, ist an der Dreiklang-Oberschule im vergangenen Schuljahr ein neues Unterrichtsmodell eingeführt worden. Dabei wurden die Schulstunden auf 40 Minuten verkürzt und werden nur noch im Doppelpack gehalten. Dadurch sollen Inhalte vertieft und methodisch flexibler übermittelt werden. Die gewonnene Zeit wird für ein tägliches Zusammenkommen mit dem Klassenlehrer sowie für zwei wöchentliche Förderstunden genutzt.

Seit dem vergangenen Schuljahr ticken die Uhren an der Dreiklang-Oberschule anders. Statt 45 dauert eine Unterrichtsstunde nur noch 40 Minuten. Die eingesparte Zeit wird unter anderem für eine tägliche „Arbeitsstunde“ verwendet. Dort sind die Siebent- bis Zehntklässler jeden Morgen für eine gute halbe Stunde mit ihren Klassenlehrern zusammen und haben die Möglichkeit, Probleme zu besprechen sowie den Unterricht vorzubereiten. Anschließend folgt eine tägliche gemeinsame Frühstückspause. „Nicht wenige Schüler gehen morgens mit leerem Magen aus dem Haus“, sagt Schulleiter Matthias Schreck. So erfülle dieses Ritual neben dem sozialen auch einen gesundheitlichen Aspekt.

Die Idee zu dem neuen Unterrichtsmodell entstand im vergangenen Jahr. „Durch die hohe Stundenanzahl war eine individuelle Einzelförderung immer weniger möglich. Auch der Kontakt zwischen Schülern und Klassenlehrer war oftmals verbesserungswürdig“, berichtet Schreck. Eine Schule habe die Aufgabe, junge Menschen optimal auszubilden. „Voraussetzung dafür ist ein starker und nachhaltiger Unterricht. Durch die neue Struktur wollen wir den Unterrichtsablauf beruhigen.“

Seit dem vergangenen Schuljahr wird das Modell umgesetzt. „Anfangs war es für viele Schüler gewöhnungsbedürftig, 80 Minuten am Stück Unterricht zu haben“, sagt der Schulleiter. Doch mittlerweile hat sich ein Großteil der Schüler an das neue Modell gewöhnt. „In der Grundschule haben wir oft ein Thema abbrechen müssen, weil die Stunde zu Ende war“, erzählt der Dominik Binger aus der siebenten Klasse. Der Zwölfjährige findet das Unterrichtsmodell gut und hat noch einen weiteren Vorteil ausgemacht: „Vom Gefühl her geht der Schultag schneller vorbei.“

Die restliche Zeit, die durch die verkürzten Stunden verbleibt, wird mit zwei wöchentlichen individuellen Förderstunden genutzt. Hier haben die insgesamt 250 Schüler die Wahl zwischen acht verschiedenen Möglichkeiten. „Es gibt Angebote für Schüler mit Rechenschwäche oder Legasthenie. Außerdem werden Mathematik, Deutsch Englisch, Naturwissenschaften oder handwerkliche Tätigkeiten angeboten“, berichtet Schreck. Zum gemeinsamen Musizieren trifft sich eine Bläsergruppe.

„Neben den Empfehlungen der Lehrer sollen die Schüler selber mitentscheiden, welche Förderstunde sie als sinnvoll für sich 
ansehen“, sagt der Schulleiter. Das Unterrichtsmodell ist in dieser Form in der Region bislang einmalig. Es wurde von der Schulkonferenz als sinnvoll bestätigt und bereits für die kommenden Jahre beschlossen.

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