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Ferien-Film-Camp
"Ruhe am Set – wir wollen drehen!"

Anke Beißer / 18.07.2019, 06:15 Uhr
Grünheide (MOZ) Ein Dampferausflug an die Woltersdorfer Schleuse, Baden im See, Lagerfeuerabende, vielleicht noch ein Besuch im Kletterwald – das Programm für das Feriencamp auf dem Werlseehütten-Gelände der evangelischen Kirchengemeinde hört sich erst mal recht gewöhnlich an. Ist es aber nicht. Denn die aufgezählten Aktivitäten sind lediglich die Draufgabe für den Aufenthalt in Grünheide.

Auf dem Areal am Werlseeufer hat sich für zwei Wochen die Jugendfilmschule Thüringen einquartiert. Seit mehreren Jahren kommt deren Leiter, Ulrich Michael Franke, mit Kindern und Jugendlichen aus Mühlhausen und Umgebung hierher, um an einem Filmprojekt zu arbeiten. Erstmals hat er die Einladung dazu auch an den hiesigen Nachwuchs ausgesprochen. Ein gutes Dutzend Mädchen und Jungen ist darauf begeistert eingegangen.

Zu ihnen zählt Skadi Jerominek aus Erkner. Die 14-Jährige will später Schauspielerin werden. Auf lauter fremde Kinder zu treffen, war für sie kein Problem. "Ich bin nicht schüchtern." Und so hat sie über ihre Auftritte im Film hinaus gleich eine weitere Aufgabe bekommen. Als Aufnahmeleiterin trommelt sie alle am Set zusammen und kümmert sich um die Klappe. Letztere wird vor jeder zu drehenden Szene vor die Kamera gehalten, um später beim Zusammenfügen des Streifens alle Schnipsel wieder zu finden. "Wir gehen nicht chronologisch vor", erläutern die Junior-Assistentinnen Maja Kirchner und Jette Stephan, Kamerafrau und Regisseurin. Die beiden 15-Jährigen verkörpern zudem die guten Feen Serena und Stella. Denn es wird ein Märchen gedreht.

Das Drehbuch haben die Thüringer mitgebracht. Etwa seit Januar, so erzählen Maja und Jette, haben sie mit Ulrich Michael Franke, Medienpädagoge und Dozent für Fotografie und Filmwissenschaft, daran gearbeitet. Das Manuskript dient als Grundlage, sei jedoch kein starres Konstrukt. "Manches ergibt sich in der Probe, dann wird auch geändert und angepasst", sagen die beiden Mädchen. Sie sind schon alte Hasen in Sachen Filmcamp, waren bereits bei den beiden vorherigen Ferienprojekten dabei. Deshalb sind sie mittlerweile in technischen Dingen recht bewandert, gehören quasi mit zum Kopf der Crew.

Vor einer Woche haben die rund 30 Gäste das Werlseehütten-Domizil bezogen. Neben dem Drehbuch und der Technik haben sie die zum Teil selbst genähten Kostüme mitgebracht.  Als Kulisse dient die Natur. "Wir wussten ja, was uns erwartet, welche Drehorte es gibt." Allein schon das Gelände in Nachbarschaft zum Pfarrgarten bietet mit Wiesen, Bäumen, Gebüsch, Ufer und Feuerstelle viel Abwechslung. Zudem bot der nahegelegene Eichbrand, also das Südufer des Werlsees, einen märchenhaften Ort.

Filmen war kompliziert

Ob bis zur Abreise am Sonnabend alle Aufnahmen im Kasten sind, sei noch nicht gewiss, räumt Camp-Chef Franke ein. Das Wetter habe nicht immer mitgespielt. Am Mittwoch gab es für die Kostüme – T-Shirts, kurze Hosen und Röcke – zwar die richtige Temperatur, die grelle Sonne machte das Filmen aber kompliziert. "Die Tonaufnahmen sind das größte Problem, der Wind stört mächtig, macht den Mikrophonen zu schaffen." Die Akteure ließen sich davon die Stimmung nicht vermiesen. Als Jette rief: "Ruhe am Set, wir wollen drehen! Kamera?" "Läuft!" "Ton?" "Läuft!" "Klappe – und bitte!" – war jeder für seinen Einsatz bereit.

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