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Berufseinstieg
Freie Lehrstellen in der Region in Überzahl

Sucht einen Ausbildungsplatz: In der Arbeitsagentur in Fürstenwalde informiert sich Omar Azzam über freie Stellen.
Sucht einen Ausbildungsplatz: In der Arbeitsagentur in Fürstenwalde informiert sich Omar Azzam über freie Stellen. © Foto: Annemarie Diehr
Annemarie Diehr, Joachim Eggers / 19.07.2019, 20:37 Uhr
Fürstenwalde (MOZ) Neun Bewerbungen hat Omar Azzam verschickt, zurückgekommen ist eine Antwort – und die war negativ. "Ich suche schon seit drei Monaten eine Ausbildung", sagt der 18-Jährige. Am Donnerstag informiert er sich beim monatlichen Beratungsangebot "Jobs to go" in der Agentur für Arbeit in Fürstenwalde über freie Stellen. Eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich wolle er machen, erzählt der Fürstenwalder, bis nach Erkner und Berlin würde er dafür fahren.

Knapp 100 Jugendliche, schätzt Torsten Hesse, Bereichsleiter der Arbeitsagenturen Oder-Spree, suchen im Raum Fürstenwalde-Erkner aktuell noch einen Ausbildungsplatz; ursprünglich waren es 443 Bewerber. "Das sind etwa fünf Prozent mehr als in den Vorjahren, weil es mehr Schulabgänger gibt", sagt Hesse.

"Eigentlich sind die Aussichten im kaufmännischen Bereich gar nicht schlecht", sagt die zuständige Berufsberaterin, als Omar Azzam ihr Zimmer verlassen hat. Im Landkreis wurden bisher 785 Ausbildungsstellen zur Besetzung gemeldet, 470 davon galten zuletzt als offen. Im Raum Fürstenwalde-Erkner waren laut Hesse von insgesamt 344 Ausbildungsstellen im Juni noch 209 offen. "Aktuell gehe ich von maximal 150 offen Stellen aus", teilt er mit. Die meisten Azubis werden laut Hesse unter anderem in den Ausbildungsberufen Kaufmann im Einzel-, Großhandel oder Büromanagement, Industriemechaniker, Kfz-Mechatroniker, Elektroniker für Betriebstechnik, Verkäufer und Koch gesucht.

Anforderungen variieren

David Drasdo, Inhaber des "Haus am Spreebogen" in Fürstenwalde, sucht zum 1. August händeringend einen Koch. "Es ist schwer, jemanden zu finden, der qualifiziert und motiviert ist", sagt er. Über einen Bewerber wie Omar Azzam würde Drasdo sich wahrscheinlich freuen. Er wolle unbedingt arbeiten, sagt der 18-Jährige. "Mit dem Zeugnis sollte das eigentlich möglich sein", findet er. Bis auf eine Vier in Mathe habe er seinen Hauptschulabschluss mit Zweien und Dreien bestanden. Eine Hürde, sagt die Berufsberaterin, seien die unterschiedlichen Anforderungen der Ausbilder. Manche verlangen Abitur, andere schauen bei den Noten ganz genau hin.

Für die vollzeitschulische Berufsausbildung zum staatlich anerkannten Erzieher der Beruflichen Schule der FAWZ gGmbH in Fürstenwalde brauchen Bewerber Abitur und müssen ein Praktikum in der Kita nachweisen, alternativ erfüllen ein eingängiger Berufsabschluss und die Fachoberschulreife die Zugangsvoraussetzungen. "Wir haben noch freie Plätze, ebenso für die Ausbildung zum staatlich geprüften Sozialassistenten", teilt Mitarbeiterin Jillian Brendel mit. Ausbildungsbeginn ist der 5. August.

Im Raum Erkner zeigen sich die befragten Firmen indes sehr zufrieden. Michael Gürtler, Geschäftsführer von Heizung-Sanitär-Woltersdorf, wollte fünf junge Leute einstellen – und sechs hat er genommen.

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