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Wegen fehlender Unterlagen verweigert die Gemeindevertretung vonBad Saarow einen Zuschuss für die Rennen Ende September.

Gemeindevertretung
Motorbootrennen in Bad Saarow: 5000 Euro Zuschuss verweigert

So war es 2018: Vor den Rennen auf dem Scharmützelsee wird per Kran eines der Boote ins Wasser gelassen.
So war es 2018: Vor den Rennen auf dem Scharmützelsee wird per Kran eines der Boote ins Wasser gelassen. © Foto: Roland Hanke
Bernhard Schwiete / 11.09.2019, 07:30 Uhr
Bad Saarow (MOZ) Noch gut zwei Wochen, dann gibt es auf dem Scharmützelsee wieder ein besonderes Spektakel zu erleben. Am 27. und 28. September, findet der 2. Grand Prix von Bad Saarow statt. Sportlich sind die Motorbootrennen im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar noch einmal aufgewertet worden: In zwei Bootsklassen finden diesmal Europameisterschaftsläufe statt.

Der Veranstalter, der Motor-Rennboot-Club (MRC) Berlin, muss dabei aber mit einem geringeren finanziellen Budget wirtschaften als erhofft: Die Gemeindevertretung hat am Montagabend die Bewilligung eines Zuschusses von 5000 Euro abgelehnt. Zuvor hatte Scharmützelsee-Amtsdirektor Christian Riecke auf Formfehler im Antrag des MRC Berlin verwiesen und den Gemeindevertretern damit quasi keine andere Wahl gelassen. Stimme das Gremium der Vorlage zu, wäre er gezwungen, den Beschluss bei der Kommunalaufsicht zu beanstanden, so Riecke.

Geld wäre eigentlich vorhanden

Eigentlich hätte die Gemeinde Bad Saarow sogar Geld übrig, um den MRC Berlin zu unterstützen. Das jährliche Budget von 10 000 Euro für die Bezuschussung von Vereinen ist für 2019 zwar bereits ausgeschöpft. Vorhanden sind aber noch Mittel aus dem Topf für Musikveranstaltungen, weil die Scharmützelsee-Schifffahrt in diesem Jahr keine Kurkonzerte am Hafen veranstaltet – zwar nicht 5000 Euro, wie von den Motorbootsportlern gewünscht, aber immerhin 4300 Euro. Das alles geht aus der Sachdarstellung zur Beschlussvorlage hervor.

Gleichzeitig hat die Verwaltung darin aber auch erläutert, warum der Antrag dennoch abzulehnen sei: Gemäß der geltenden "Richtlinie zur Förderung von Tätigkeiten und Projekten der eingetragenen Vereine und Interessengruppen" hätte der MRC Berlin seinen Antrag bis Ende Januar 2019 stellen müssen. Das sei nicht möglich gewesen, da man den Zuschlag vom Weltverband für die Ausrichtung der Europameisterschaftsläufe erst im März bekommen habe, erwiderte in der Sitzung Björn Emmerich, Sportleiter des MRC Berlin. Die Verwaltung hatte daraufhin bereits Aufschub gewährt und um eine entsprechende schriftliche Begründung bis 6. September gebeten. Gleiches galt für eine Aufschlüsselung, warum das Geld benötigt wird und wofür es verwendet werden soll. Trotz mehrmaliger Aufforderung sei aber nichts eingegangen. Dazu gab es von Emmerich keine Erläuterung.

Die Gemeindevertreter folgten bei der Abstimmung der Verwaltung – für den Zuschuss-Antrag gab es 14 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen. Der Fraktionsvorsitzende von CDU/Grüne, Christian Schroeder, stimmte wegen Befangenheit nicht mit ab. Er ist zwar nicht Mitglied des MRC Berlin, wie er am Dienstag auf Nachfrage sagte, fungiert in Bad Saarow aber gemeinsam mit Emmerich als Veranstaltungsleiter.

Kritik an Verwaltung

An der Argumentation der Verwaltung übte Schroeder heftige Kritik. "Wir werden anders behandelt als andere. Ich weiß nicht, wer hier was verhindern will", sagte er. In anderen Fällen seien mündliche Begründungen für Zuschüsse ausreichend gewesen. Das Geld habe man unter anderem für eine Beschallungsanlage für die Zuschauer verwenden wollen. Emmerich sagte in der Gemeindevertretung, die Rennen fänden trotz fehlenden Zuschusses statt.

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