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Pilzsaison
Fürstenwalder Körbe voller Maronen und Steinpilze

Annemarie Diehr / 13.10.2019, 07:00 Uhr - Aktualisiert 14.10.2019, 08:24
Fürstenwalde (MOZ; Annette Herold) Steinpilze, Schirmpilze, Birken- und Butterpilze ragen aus der Tragetasche, mit der Fred Zimmermann schon wieder weitereilt. Zwischen Tannennadeln und Birkenblättern stecken zwei Steinpilze ihre Köpfe aus der Erde. Hier, unweit des ehemaligen Tanklagers an der Berkenbrücker Chaussee war Zimmermann schon vor 15 Jahren auf Pilzsuche. Damals war er beim Abriss der Tanks und der anschließenden Aufforstung des Geländes dabei. "In den Pausen haben wir hier eimerweise Pfifferlinge gesammelt", erzählt er. Die Zeiten sind zwar vorbei; gut ist die Ausbeute an anderen Sorten nach den Regenschauern der letzten Tage dennoch.

Ein Anhaltspunkt dafür sind auch die vor allem an den Wochenenden zugeparkten Waldeinfahrten. "Wahnsinn, was zurzeit in den Wäldern los ist", sagt Försterin Anja Henning. Ihr selbst sei das Sammeln zu gefährlich. "An die meisten Pilze traue ich mich nicht ran", sagt sie. Zu groß das Halbwissen und die Angst, sich zu vergiften. So wie es erst vor ein paar Tagen vier Urlaubern in Bad Saarow widerfahren ist. Sie verwechselten den hochgiftigen Panther- mit dem Perlpilz und mussten auf der Intensivstation betreut werden.

Nur Bekanntes in den Korb

Wenn es derart ernst wird, ist oft die ehrenamtliche Pilzsachverständige Dörte Wernick aus Zaue am Schwielochsee gefragt. Sie rät, bei einer Pilzmahlzeit sicherheitshalber einen Pilz aufzubewahren und im Notfall ins Krankenhaus mitzunehmen, am besten einen nicht abgeschnittenen. Nur der komplette Fruchtkörper lasse sich dann und bei einer Pilzberatung sicher bestimmen.

"Nur sammeln, was man wirklich kennt", lautet die Devise von Ralf Kreide. Mit seiner Partnerin Jette streift er durch ein Waldstück bei Markgrafpieske. Bis auf wenige Maronen ist die Ausbeute an diesem Vormittag mau. "Davor waren wir bei Lebbin, da haben wir einen ganzen Korb voll Maronen und Braunkappen gefunden", sagt der Rauener, der schon als Kind mit seinem Vater Pilzesammeln gegangen ist. Korb und Messer gehören in diesen Tagen zwingend in sein Auto. Innerhalb der vergangenen Woche war er mehrmals in den Pilzen: "Es ist der Reiz, sie zu finden", begründet er seine Sammelleidenschaft.

Die hat auch Waltraud Siebke schon in Kindertagen befallen. Ihr bisher größter Fund ist allerdings eine Zufallsbegegnung. "Ich wollte zum Friedhof, da hab ich ihn auf einer Wiese vor Wilmersdorf stehen sehen", sagt die Arensdorferin. Den Kürbis großen Kartoffelbovist hievte die 74-Jährige prompt in ihr Auto. Später erfuhr sie seine Maße: 4,7 Kilo schwer, 1,31 Meter Umfang, 0,44 Meter Durchmesser. Das meiste habe sie verschenkt, einiges eingefroren, den Rest des Pilzes in Scheiben geschnitten, gewürzt und angebraten. "Schmeckt gut zu Kartoffeln und auf der Stulle", sagt sie.

Koch Robert Schaphoff, Inhaber des Fürstenwalder "Suppengrüns", empfiehlt für Pilze, vor allem Steinpilze, noch eine andere Zubereitungsart, nämlich als Suppe. Dafür werden die mit Zwiebeln angebratenen Exemplare mit Brühe und Sahne aufgegossen und dann kräftig mit frischer Petersilie gewürzt. "Man kann auch getrocknete Pilze in klarer Brühe ziehen lassen." Als Einlage schlägt Schaphoff Maultaschen mit Pilzfüllung vor.

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