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Die Deutsche Bahn baut eine neue Brücke über die Oder und beschert Küstrin-Kietz eine komplette Neugestaltung des Areals am Bahnhof.

Brückenprojekt
Parkchaos in Küstrin-Kietz wird beendet

Bahnhof Küstrin-Kietz: Von hier starten viele polnische Zugreisende ihre Fahrt mit der Regionalbahn Richtung Berlin. Die Parksituation ist derzeit sehr unbefriedigend. Nun will die Bahn auf ihre Kosten eine große Park&Ride-Anlage errichten.
Bahnhof Küstrin-Kietz: Von hier starten viele polnische Zugreisende ihre Fahrt mit der Regionalbahn Richtung Berlin. Die Parksituation ist derzeit sehr unbefriedigend. Nun will die Bahn auf ihre Kosten eine große Park&Ride-Anlage errichten. © Foto: Matthias Lubisch
Doris Steinkraus / 09.10.2019, 07:30 Uhr
Küstrin-Kietz (MOZ) Für die Gemeinde Küstriner Vorland scheinen alle Festtage derzeit zusammenzufallen. Seit Jahren bereitet der Zustand am Bahnhof in Küstrin-Kietz der Großgemeinde Sorgen. Die Zufahrtstraße mit ihren teilweise angehobenen Beton-Elementen ist eine Zumutung. Auf einem notdürftig befahrbaren Areal parken täglich mehr als 100 Pkw, alle mit polnischem Kennzeichen. Sie kommen nicht nur aus Kostrzyn, sondern auch dem dortigen Umland, um von Küstrin-Kietz aus mit der Ostbahn nach Berlin zu fahren.

Immer wieder hatte die Gemeinde versucht, das Chaos dort zu sortieren und bauliche Veränderungen zu schaffen. 2016 gab es sogar schon eine erste Planung. Es scheiterte am Geld. Die Großgemeinde ist im Haushaltssicherungskonzept. "Die Gemeinde könnte auf lange Sicht kaum etwas verändern", machte Golzows Hauptamtsleiter Guntram Glatzer in der Sitzung des Hauptausschusses am Montagabend in Manschnow deutlich. Nun löst  ein Bundesprojekt das Dauerproblem. Den Gremiumsmitgliedern – es waren auch alle anderen Abgeordneten gekommen – lag eine Projektvereinbarung zur Errichtung einer Park&Ride-Anlage auf dem Tisch.

Kostrzyner Halt gesperrt

Der Hintergrund: Die DB Netz AG will bekanntlich die Eisenbahnbrücke über die Grenzoder erneuern. Für das ehrgeizige Vorhaben muss der kurze Abschnitt der Ostbahn zwischen Kostrzyn und Küstrin-Kietz voraussichtlich von Dezember 2020 bis Ende 2022 voll gesperrt werden. "Damit ergibt sich ein erhöhter Bedarf, um die polnischen Reisenden ab Küstrin-Kietz befördern zu können", erläuterte Glatzer. Das heißt, es werden dann noch mehr Pkw aus Polen täglich nach Küstrin-Kietz ein- und auspendeln.

Die DB Netz AG wird erhebliche Arbeiten am Bahnhof realisieren. Funktionslose Gebäude werden abgerissen und 300 Parkplätze geschaffen, dazu 35 für Fahrräder sowie ein Busbahnsteig mit teilweiser Überdachung, inklusive Buswendeschleife, eine Beleuchtungsanlage und auch Elektroanschlüsse für künftige E-Ladestationen. Die Herstellung der modernen Park&Ride-Anlage erfolgt in zwei Phasen. Zunächst auf den derzeitig noch ungenutzten Brachflächen und dann im Bereich des Areals, das jetzt als Parkplatz dient.

Die Gemeinde verpflichtet sich, eine entsprechende Fläche von der DB, Bereich Immobilien, zu erwerben. Mit dem Grunderwerb sichert die Gemeinde den Rückbauverzicht und die künftige Unterhaltung der Anlage. denn nach Fertigstellung geht sie dann in die Hoheit der Gemeinde über. Alle Kosten übernimmt zu 100 Prozent die DB Netz AG.

Parkgebühren unumgänglich

Die Runde zeigte sich mit dem erarbeiteten Vereinbarung rundum einverstanden. "Besseres konnte uns nicht passieren", bekannte Bürgermeister Werner Finger unter Zustimmung der Abgeordneten. Dass der Beschluss am 21. Oktober in der Gemeindevertreter dann offiziell gefasst wird, stand für alle außer Frage. Werner Finger nannte allerdings auch gleich eine Aufgabe, die der Gemeinde damit erwachse. "Wir können dieses große Areal dann nicht mal so nebenbei pflegen", sagte er. Man werde künftig nicht umhin kommen, den Parkplatz gebührenpflichtig zu machen, um die Kosten zu decken. Er denke, dass man  die Gebührenpflicht mit einer Schranke und einem Münzapparat, wie es schon vielerorts praktiziert wird, durchsetzt.

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