Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Interreg
Feuerwehr-Projekt erneut gescheitert

Der Interreg-Antrag zum grenzübergreifenden Katastrophenschutz, den Frankfurt, LOS, Słubice und Gorzów ein zweites Mal gestellt hatten, wurde wieder abgelehnt.
Der Interreg-Antrag zum grenzübergreifenden Katastrophenschutz, den Frankfurt, LOS, Słubice und Gorzów ein zweites Mal gestellt hatten, wurde wieder abgelehnt. © Foto: Feuerwehr
Lisa Mahlke / 11.10.2019, 19:46 Uhr - Aktualisiert 12.10.2019, 10:31
Frankfurt (Oder) (MOZ) Ein Rest von etwa 9 Millionen Euro stand im Kooperationsprogramm Interreg VA Brandenburg-Polen im aktuellen Förderzeitraum noch zur Verfügung. Zuvor abgelehnte Projekte konnten einen weiteren Versuch starten. Vergeblich war dieser für eine Gruppe der Feuerwehren aus Frankfurt, Słubice und dem Landkreis Oder-Spree, der Woiwodschaftskommandantur Gorzów und der Landesfeuerwehrschule Eisenhüttenstadt. In dem Projekt sollte es um grenzüberschreitenden Brand- und Katastrophenschutz gehen, etwa für Großschadensereignisse wie starke Stürme oder Waldbrände. Schon Ende Februar war der erste Antrag auf 4,1 Millionen Euro Förderung abgelehnt worden.

Dass der Begleitausschuss das Projekt in dieser Woche ein zweites Mal ablehnte, macht Wolfgang Welenga, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes, wütend. "Das Projekt ist jetzt gestorben", sagt er geradewegs. Auch OB René Wilke bezeichnet das Projekt als elementar. "Wenn eine Katastrophe eingetreten ist, wird oft und zu Recht gefragt, warum die Verantwortlichen darauf nicht angemessen vorbereitet waren", sagt er. Das Projekt hätte genau das vermieden.

Im Vorfeld der Begleitausschuss-Tagung erklärte Helmut Otto, Leiter der Frankfurter Berufsfeuerwehr: "Eine Ablehnung dieses Projektes würde für mich die Erkenntnis mit sich bringen, dass Entscheidungstragende notwendige Maßnahmen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger gegen Folgen des Klimawandels – aus Unkenntnis oder eventuell falscher Prioritätensetzung – verweigern." Er sprach von Glaubwürdigkeitsverlust für Politik und Verwaltung und einer Wertschätzung für das Engagement der Feuerwehr, die verweigert werde.

Die Interreg-Anträge werden von Experten gelesen und bewertet, bevor sie in den Begleitausschuss kommen. Von polnischer Seite soll das Feuerwehrprojekt, für das im zweiten Antrag etwa 3,5 Millionen Euro veranschlagt waren, schlechter bewertet worden sein. "Wir halten das Projekt zum grenzüberschreitenden Katastrophenschutz für besonders wichtig", erklärte Toralf Schiwietz, Geschäftsführer der Euroregion Pro Europa Viadrina, im Vorfeld und betonte bevorstehende Herausforderungen im Zusammenhang mit zunehmendem Waldbrandrisiko und einer Zunahme von Gefahrguttransporten.

28 Förderanträge mit einem Antragsvolumen von etwa 25 Millionen Euro gab es im aktuellen Call. " Die neue EU-Förderperiode beginnt 2021", so Schiwietz. Ob dann jedoch schon alle Förderschwerpunkte bekannt sein werden, ist nicht klar.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG