Potsdam. Die AOK und Landesärztekammer würdigten in Potsdam beispielhafte Sportangebote für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Den Gesundheitspreis Brandenburg 2016 erhielt der Verein Wassersport PCK Schwedt und das Rehazentrum Neuruppin sowie das damit verbundene Preisgeld in Höhe von 10000 Euro.
"Wir waren völlig überwältig, hätten niemals damit gerechnet, dass unser Konzept so überzeugt", erzählte Volker Englert, Vorsitzender des Vereins.
Vier herausragende Projekte in Schwedt (Oder), Neuruppin, Cottbus und Seelow sind mit dem Gesundheitspreis Brandenburg 2016 ausgezeichnet worden. Alle zwei Jahre würdigen die AOK und die Landesärztekammer beispielhafte und praxiserprobte Lösungsansätze, die dazu beitragen, Herausforderungen im Gesundheitswesen zu meistern. Der Innovationswettbewerb stand in diesem Jahr unter dem Motto "Sport- und Bewegungsangebote für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen - motivierende und überzeugende Ansätze in der Praxis". Die Preisträger wurden bei einer Festveranstaltung in Potsdam mit insgesamt 30000 Euro geehrt.
Mit den beiden ersten Preisen in den Kategorien Sportvereine und Anbieter aus dem Gesundheitsbereich wurden der Verein Wassersport PCK Schwedt und die Rehazentrum Neuruppin OGD GmbH ausgezeichnet, die mit ihrem Angebot "Sport zum Leben" Patienten mit einer Krebserkrankung langfristig sporttherapeutisch betreut. Der Verein Wassersport PCK Schwedt bietet neben Reha- und Präventionssportangeboten auch Rudern für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sowohl im Breiten-, als auch im Leistungssport an. Der Verein hat bekannte Sportler hervorgebracht, wie etwa den gebürtigen Schwedter und aktuellen Olympiasieger Sebastian Brendel, der im Potsdamer Kutschstall-Ensemble deshalb auch mit persönlichen Worten die Laudatio für den Verein hielt. Auch der zweite "goldene" Sebastian (Girke), der bei den Special Olympic World Games 2015 in Los Angeles zweimal siegte, war bei der Auszeichnungsveranstaltung dabei.
Der Kreissportbund Märkisch-Oderland in Seelow wurde für sein beispielhaftes Engagement in der Sturzprävention im Landkreis gewürdigt. Die Deutsche Rheuma-Liga, Landesverband Brandenburg, mit Sitz in Cottbus erhielt für ihr Projekt "Tanzen mit/trotz Rheuma" eine Anerkennung. Neben der Auszeichnung können sich die Gewinner über ein Preisgeld freuen. Die zwei ersten Preise sind mit je 10000 Euro dotiert, die beiden zweiten Preise mit je 5000 Euro. Insgesamt hatten sich bei der zweiten Auflage des Gesundheitspreises Brandenburg 20 Projekte beworben.
In ihrem Grußwort betonte Diana Golze, Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg und Schirmherrin des Gesundheitspreises Brandenburg: "Ausreichende und regelmäßige körperliche Betätigung ist für viele Menschen auch bei uns im Land Brandenburg leider immer noch nicht selbstverständlich. Deshalb müssen wir gemeinsam etwas dafür tun, die Brandenburger für körperliche Aktivitäten zu gewinnen und für den Sport zu begeistern. Dazu gehört natürlich auch immer etwas Anstrengung. Wichtig sind in jedem Fall passgenaue Angebote mit leichten und barrierefrei erreichbaren Zugangswegen für ein gesundes Sporttreiben. Wie das insbesondere auch für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen gelingen kann, zeigen sehr anschaulich die Projekte, die heute mit dem Gesundheitspreis ausgezeichnet wurden."
Dr. Udo Wolter, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg, fügte hinzu: "Sport ist auch ein Mittel, um mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, gemeinsam Freizeit zu verbringen, gemeinsam Spaß zu haben. Für Menschen ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ist das in der Regel kein Problem. Doch dürfen wir diejenigen mit körperlichen Einschränkungen nicht vergessen - Menschen mit Handicap, die keinen freien Zugang zum Sport ihrer Wahl haben."