Mit Marco Biste ist erstmals ein behinderter Judoka für den TSV Blau-Weiß Schwedt bei einem hochrangigen Turnier gestartet. Bei der Deutschen Meisterschaft in der Hauptstadt hat er sich bei seinem Debüt sehr gut verkauft.
Viele Wochen Vorbereitung und ein komplexes Anmeldeverfahren lagen hinter dem Verein, ehe Marco Biste tatsächlich bei der Internationalen Deutschen Einzel-Meisterschaft im G-Judo in Berlin starten konnte. Entsprechend einer Klassifizierung, treten Sportler dort in drei Kategorien in einem sportlich fairen Wettkampf nach angepassten Regeln an. Der Begriff G-Judo stammt aus den Niederlanden und heißt – frei übersetzt – „Gehandicapt Judo“. G-Judoka sind in der Lage, auch mit nicht behinderten Judoka zu trainieren. Es gibt klassische Wettkämpfe und Kata-Meisterschaften.
Marco Biste traf in der Kategorie II auf gleichwertige Gegner aus allen Bundesländern. Aufgrund der offenen (internationalen) Ausschreibung  nahmen auch Judokas aus den Niederlanden, Frankreich und Großbritannien teil. Auf vier Kampfflächen traten insgesamt 147 behinderte Frauen und Männer an und lieferten sich spannende Kämpfe auf hohem technischen Niveau.
Seit knapp vier Jahren trainiert der Schwedter beim TSV. Prinzipiell zählt er somit noch zu den Anfängern, die Erfahrung wächst ausschließlich über Wettkämpfe, die es in der näheren Umgebung kaum gibt. Nordrhein-Westfalen, Bayern und die Niederlande sind auf diesem Gebiet sehr gut aufgestellt.
Dank des Engagements des Behindertensportverbandes Brandenburgs, der TSV-Geschäftsstelle und einiger Ehrenamtler gelang es nun, Marco Biste und einen Sportler aus Bad Belzig für Brandenburg in Berlin starten zu lassen. Auch wenn es der Oderstädter nicht auf einen Podestplatz schaffte, zeigte er Ehrgeiz und Mut, sich den erfahreneren Kämpfern seiner 81-kg-Klasse zu stellen. Nach der Gruppenphase traf Biste auf einen Starter aus Nordrhein-Westfalen und unterlag ihm knapp mit einer Festhaltetechnik am Boden. Im nächsten Kampf nutzte der bayerische Gegner einen Eindrehversuch von Marco zum Konter und schickte den eigentlich aktiveren Schwedter auf die Matte.
Marco Biste wurden dennoch Auszeichnungen zu teil. Zunächst durfte er Brandenburger Fahnenträger beim Einmarsch der Sportler sein. Und nach dem Turnier unterschrieben alle Judoka auf einem T-Shirt mit dem Veranstaltungslogo der IDEM 2018, das man in Kürze im Judomuseum in Berlin sehen kann.