Am 8. März war das deutsche Team – darunter die Schwedter Kanuten Leona Johs, Jan Eichler und Thomas Brockmann vom Verein Wassersport PCK – nach Abu Dhabi aufgebrochen. Am Frankfurter Flughafen wurde die deutsche Delegation vom Präsidenten des DOSB, Alfons Hörmann, und anderen Offiziellen feierlich verabschiedet. Den Rahmen gestaltete die Lufthansa mit einem grandiosen Bankett und einem eigens für das Nationalteam gestellten Flugzeug.
Erster großer Höhepunkt war die Eröffnungszeremonie im Zayid Sports City Stadium. Neben 55 000 enthusiastischen Zuschauern nahmen auch alle Scheichs der sieben Emirate und viele weitere Persönlichkeiten teil, heißt es im Bericht der Oderstädter aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie verfolgten den mehr als zweistündigen Einmarsch der 7500 Athleten aus 190 Ländern. Das deutsche Team spielte eine attraktive Rolle: Im schicken Sakko oder Blazer und mit Hut zeigte man sich auch von dieser Seite bestens gerüstet.
Alles verlief wie bei Olympischen Spielen nach bekanntem Protokoll. Höhepunkt der Ansprachen war die Rede des Scheichs Muhammad bin Zayid Al Nahyan von Abu Dhabi, der dann auch die Spiele für eröffnet erklärte. Danach wurde vom Stadiondach plötzlich eine große rote Scheibe sichtbar, die sich abwärts auf die Mitte zu bewegte. Kurz vor dem Erdboden wurden zwei Athleten sichtbar, welche eine Fackel gemeinsam nach oben hielten. Aus dem Boden erwuchs eine große Pylone, die das Feuer aufnahm. Ein lautes und farbenprächtiges Feuerwerk beendete die Zeremonie.
Der erste Wettkampftag begann mit einem für diese Region völlig unüblichen Platzregen. Die angereisten Schwedter Freunde und Familienmitglieder machten sich auf zur Regattastrecke. Unterwegs gab es die Information, dass die Segelwettkämpfe wohl wegen zu starken Windes schon abgesagt seien.
In der Tat: Die hohen Wellen wären auch für Kanu-Profis wie "Brendel & Co" eine Herausforderung gewesen. Trotzdem entschloss sich die Wettkampfleitung, das angesetzte Training der Special-Kanuten durchzuführen. Die Qualifikationsläufe wurden schließlich aber doch auf den nächsten Tag verschoben. Die Schwedter Teilnehmer erzählten ihren angereisten Gästen: "Die Rahmenbedingungen entsprechen echt dem höchsten Standard. Das bezieht sich auf die Wettkampfstätten, die Logistik, die Sicherheit und auch auf die Atmosphäre in der Stadt." Die Special Olympics seien mit Fug und Recht auf eine Stufe mit den Olympischen Spielen zu stellen.
"Auf Grund des stürmischen Windes wurden die Qualifika-­tionsrennen am Vormittag hiesiger Zeit wieder verschoben", schrieb am Sonntag via WhatsApp dann Schwedts Special-Kanu-Trainer Gerhard Bowitzky, der mit in Abu Dhabi weilt. Gegen 13 Uhr ging es dann aber doch los. Bowitzky: "Es kam zu irregulären Abläufen, an denen unsere Athleten nicht beteiligt waren. Oder anders gesagt: Sie meisterten die Probleme. Den souveränsten Lauf lieferte Jan im Einer über 500 Meter. Er siegte nicht nur in einer guten Zeit, sondern kämpfte mit toller Technik gegen die Bedingungen an. Im Einer der Frauen über 200 Meter gewann unsere Leona knapp vor einer Russin, die dann über 500 Meter den Spieß umdrehte. Beide sind hier die klar dominierenden Kanutinnen."
Der sogenannte "Unified-Zweier" mit Jan Eichler sowie dem nicht behinderten Thomas Brockmann wurde auf beiden Strecken jeweils Zweiter. Hier dominierte ebenfalls ein Boot aus Russland, dessen Athleten aber in einer anderen Altersklasse fahren – sie sind 20 Jahre, das Schwedter Team doppelt so alt."
Jetzt hoffen alle auf den heutigen Montag, um die Endläufe austragen zu können. "Im schlechtesten Fall werden die Ergebnisse der Klassifizierung gewertet. Damit könnten wir gut leben", schreibt Bowitzky abschließend aus Abu Dhabi.