Nadine Drawe und ihr Bruder Attila waren acht und neun Jahre alt, als sie 2011 mit Pfarrer Falko Becker und anderen Jugendlichen die Band gründeten. Heute ist Nadine 18. Sie hat ihr Abitur in der Tasche, wird demnächst für die Aktion Sühnezeichen ein freiwilliges Jahr in einem jüdischen Altenheim absolvieren und anschließend Psychologie studieren. Auch Kristina Otroseko hat dieses Jahr Abitur gemacht und beginnt ein Musikstudium in Nürnberg.
Zu den Bandmitgliedern, die zwischen 13 und 20 Jahre alt sind und ihre künstlerische Ausbildung in der Schwedter Musik- und Kunstschule begannen, gehörten außerdem Jette Prott, Robert Otrosenko und Jeremy Ballenthin. Sie traten nicht nur in der gesamten Uckermark auf, gestalteten Gottesdienste und Konzerte mit, sondern waren auch auswärts viel unterwegs und traten unter anderen auf den Kirchentagen in Berlin und Dortmund auf.
Ihren letzten Auftritt vor der Kontaktsperre wegen der Corona-Pandemie hatte die Band im Februar. "Wir haben das erste Mal wieder vorigen Sonnabend zusammen geprobt", erzählte Nadine Drawe am Freitag. Auch am Donnerstag kamen sie noch einmal zusammen, um am Programm für ihr Abschiedskonzert zu bauen. Trotz der Isolation entstand eine neue CD. Jeder Part wurde einzeln aufgenommen und am Ende zusammengemixt. Auf der CD sind auch neue Songs. Einer heißt "Frieden" und stammt von Nele Vietmeier, die am Freitag neben Miriam Richter einen Gastauftritt im Abschiedskonzert hatte.
Suche nach neuen Talenten
Nach dem musikalischen Teil des Abends, beim dem die Band "Lightning Summer" eine Auswahl ihrer kirchlichen Rock- und Popmusik und Coversongs darbot, ließ Pfarrer Falko Becker die neun vergangenen Jahre in einem launigen Video- und Bildervortrag noch einmal Revue passieren. Darin wurde auch an die anderen Jugendlichen erinnert, die seit der Gründung in der Band gespielt haben.  Der Pfarrer, auch liebevoll "Bandpapa" genannt, hat einen großen Anteil daran, dass aus musikbegeisterten Kindern und Jugendlichen gute  Musiker geworden sind. Anfangs hatte er noch Gitarre mitgespielt. Geprobt wurde jeden Mittwochabend im Schwedter Gemeindezentrum.
Das Abschiedskonzert in der Vierradener Kreuzkirche war aber wohl nicht das Ende der Kreiskirchen-Jugendband. Der eine oder andere wird vielleicht weitermachen. Die Suche nach neuen begeisterten Talenten hat bereits begonnen.