Das neue Logo ist ein schwarzes Buch mit Augen –  so, als ob die Geschichten darin den Leser direkt anblicken. Perfekt für das Bilderbuchfestival „Düster Und Heiter“, das, wie der künstlerische Leiter Oliver Spatz sagt, „Bücher zum Leben erwecken will.“

Kulturhighlight trotzt Corona

Das geschieht in diesem achten, dem Corona-Jahr mit einer Installation in der Stadtpfarrkirche Müncheberg, die in einen Waggon der legendären „Transsib“ verwandelt wird, die als Bühnenbild für die Geschichten des gleichnamige Bilderbuchs „Transsib“fungiert. Das ist eine neue Art von Bilderbuch: ein illustriertes Sachbuch, aus dem Kinder (und Erwachsene) viel über das Leben im heutigen Russland lernen können. Für die Ausstellung hat Festivalmanagerin Barbara Anna Bernsmeier, die selbst in Russland gelebt hat, Texte ins Deutsche übersetzt.

Autorenduo mit Moskauer Grafikerin

Das russische Original stammt von Texterin Alexandra Litvina  und erzählt von der langen Reise von Moskau nach Wladiwostok, die mit der Moskauer Grafikerin Anna Desnitskaya ein erfolgreiches Autorenduo bildet. Ihr in Russland gefeiertes Buch „In einem alten Haus in Moskau“ erschien 2017 auch auf Deutsch.
Das 2020 erschienene „Transsib“ ist mehr als eine Reiseerzählung. Die Autorinnen hatten sibirische Jugendliche in einem Aufruf im Internet gebeten, ihnen etwas aus ihrem Leben zu erzählen. 76 schickten Briefe, Fotos und Schilderungen von  Familienleben und Schlittschuhlaufen auf dem Baikalsee – die die Autorinnen durch geographische und historische Fakten ergänzten.

Geschichten russischer Jugendlicher

Herausgekommen ist ein Herz und Kopf ansprechendes Buch, das, wie Oliver Spatz hofft, „Festivalbesucher auf eine Reise mitnehmen wird, die sie momentan nur in ihrer Vorstellung unternehmen können.“ Um diese so plastisch wie möglich zu machen, hat Bühnenbildnerin Ute Freitag einen Waggon mit mehreren Abteilungen entworfen, in denen jeweils Bilder aus dem Buch in großformatigen Abzügen hängen. Dazu gibt es die Geschichten der russischen Jugendlichen als Audio-Files, auf Deutsch eingesprochen von Stimmen aus der Region.

Werkstattgespräch über die Arbeit

Zur Vernissage am 29.10. um 19 Uhr wird Illustratorin Anna Desnitskaya  aus Moskau anreisen und am 4.11. in einem Werkstattgespräch mit den Illustratorenkollegen Piotr Karski aus Warschau und Jindřich Janíček aus Prag über ihre Arbeit sprechen. Außerdem gibt es eine „Transsib“-Sonderführung mit „Schlafwagenschaffnerin“ Maxie Pincus Paperin vom Brecht Weigel Haus in Buckow, die ihren resoluten russischen Vorbildern alle Ehre machen will, Sonderführungen für Grundschüler – und bis zum 7. November ein Dutzend weitere Veranstaltungen mit Künstlern aus Osteuropa.

Infos: www.bilderbuchfestival.de