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Die Hoppegartener Siedlung Birkenstein hat am Wochenende 100. Geburtstag begangen. Viele Gäste feierten mit.

Jubiläum
Geschichte marschiert vorbei

Festumzug: Der Siedlergemeinschaft folgten an die 200 Teilnehmer beim Marsch durch Birkenstein.
Festumzug: Der Siedlergemeinschaft folgten an die 200 Teilnehmer beim Marsch durch Birkenstein. © Foto: Uwe Spranger
Uwe Spranger / 12.08.2019, 09:15 Uhr - Aktualisiert 12.08.2019, 11:28
Hoppegarten (MOZ) Ich bin sehr zufrieden. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass so viele kommen. Es war durchgängig voll", zog der Chef der gastgebenden Siedlergemeinschaft Wilfried Goercke am Sonnabendabend eine Zwischenbilanz und zollte allen, die sich an der Vorbereitung und Durchführung der Feierlichkeiten beteiligt hatten, ein großes Dankeschön. Schließlich hatte ein breites Team rund ein Jahr lang überlegt, diskutiert, geworben und organisiert.

Zum Beispiel für den Festumzug zum Auftakt. "Es fing ein bisschen traurig an mit vielleicht ein Dutzend Zusagen. Aber dann sind es ganz, ganz viele geworden", berichtete Cornelia Lankow, in deren Händen dieser Teil des Jubiläumswochenendes lag. Letztlich marschierten oder fuhren an die 200 Birkensteiner aller Generationen vom Siedlerheim in der Straße des Friedens zum Festgelände auf dem Bolzplatz. Eingereiht hatten sich hinter Feuerwehr, Siedlern und Sambakids Kitas, Schüler, das Yoga-Team, Seniorinnen, Tänzerinnen, Kleintierzüchter, Karatesportler, Siedlerschutzverein und viele andere. Auch die namensgebende Birke war vertreten und der Birkensteiner Krug lebte als rollende Restauration wieder auf.

Vom Start an säumten zudem zahlreiche Anwohner die Straßen. "Mein Enkel läuft mit, da muss doch jemand winken", erklärte ein Zaungast, der wie viele Kamera oder Handy aufnahmebereit hatte. Und so mancher schloss sich der bunten Truppe an. Vielleicht auch, weil Cornelia Lankow vorn per Feuerwehrlautsprecher für das folgende Programm warb. Unter anderem dabei: der Männergesangsverein aus der Partnergemeinde Iffezheim, der Gemischte Chor Hoppegarten, die lustigen Rentnersleut oder am späten Nachmittag Leona Heine und Band, die sogar eine Songpremiere präsentierte und einige Zuhörer zum Mitsingen animieren konnte. Richtig Stimmung verbreitete später Remmi Demmi, und beim Tanz mit DJane Elke Peper und der Gruppe Ageless war der Platz bis nach Mitternacht sehr gut gefüllt. In dem Rahmen hätte wohl die K-Pop-Einlage besser gepasst als nachmittags, spekulierten Gäste.

Die Bewohner zelebrierten ihren Ort mit einem Umzug.
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Birkenstein feiert 100 Jahre

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Im Siedlerheim konnten sich Interessierte über die Geschichte von Birkenstein informieren, die, wie Wilfried Goercke einer ersten Gruppe erläuterte, nicht erst mit dem Streben von Mittelständlern ins Berliner Umland 1917 und der Gründungsurkunde der Genossenschaft von 1919 begann. 1926 waren bei Bauarbeiten Tonscherben entdeckt worden, die auf das fünfte Jahrhundert datiert wurden. Goercke erinnerte an Besonderheiten auf dem "Zeitstrahl" – den Bau des Genossenschaftshauses 1925, die Entstehung des heutigen Siedlerheims und den Boom der Siedler mit fast 300 Mitgliedern zu DDR-Zeiten (heute zählt der Verein rund 160), die Inbetriebnahme des S-Bahnhofs 1992 oder des Einkaufs-zentrums 2012.

Mancher blieb auch vor der Bildersammlung mit dem Titel "Wer kennt wen" hängen. "Das könnte nach Statur und Haarschnitt mein Vater sein", spekulierte zum Beispiel Jörg Skulski. Am Nachmittag waren zudem die Gewinner des Gartenwettbewerbs zum Jubiläum ausgezeichnet worden. Als Siegerin wurde Gisela Koppe (Farmersteig) gekürt, Platz zwei erreichte Familie Schrepel (Mittelstraße) und Platz drei Familie Sommer (am Fließ).

Bank und Eiche als Geschenk

Am Freitagabend hatte es eine Festveranstaltung im Gemeindesaal gegeben. Ingrid Ott, lange Jahre Vorsitzende der Siedlergemeinschaft, gab Einblicke in den Alltag der Siedlung während und nach dem Krieg bis heute. Zuvor hatte bereits Bürgermeister Karsten Knobbe einen Abriss aus der Geschichte gegeben. Sein Amtskollege Sławomir Dudzis aus der polnischen Partnergemeinde Rzepin brachte einen Ableger der seit 700 Jahre in seinem Ort wachsenden Piast-Eiche als Geburtstagsgeschenk mit, der Iffenzheimer Bürgermeister Christian Schmid eine massive Holzbank. Beide sollen künftig einen besonderen Platz schmücken.

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