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Staatstheaters Karlsruhe/Ethnologisches Museum Berlin
Digitales Projekt zum Kolonialismus startet

Deutsche Soldaten stehen im 1. Weltkrieg bei der Sprengung einer Eisenbahnlinie in der damaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika in einer Wüstenlandschaft.
Deutsche Soldaten stehen im 1. Weltkrieg bei der Sprengung einer Eisenbahnlinie in der damaligen deutschen Kolonie Deutsch-Südwestafrika in einer Wüstenlandschaft. © Foto: dpa
KNA / 20.12.2019, 06:30 Uhr
Berlin (MOZ) Die Bundeskulturstiftung fördert eine digitale Plattform des Staatstheaters Karlsruhe und des Ethnologischen Museums Berlin zur Aufarbeitung des Kolonialismus. "De-Linking Sounds. Eine transkulturelle und mediale Plattform" erhält als eines von bundesweit 15 Projekten etwa 880 000 Euro, wie die Staatlichen Museen zu Berlin mitteilten. Das Projekt solle dabei helfen, sich mit dem kolonialen Zeitalter zu beschäftigen. Die Zusammenarbeit ist auf vier Jahre angelegt.

Das Vorhaben sei grenzüberschreitend und multimedial geplant, hieß es weiter. Auch beziehe es verschiedene Kulturen mit ein. Dabei hinterfragen die Wissenschaftler beider Institutionen koloniale Perspektiven und Strukturen im Netz und entwickeln eine digitale Plattform sowie gemeinsame Vermittlungsformate und künstlerische Produktionen. Das Projekt solle die Debatte um den Kolonialismus voranbringen.

Zugriff auf Phonogramm-Archiv

"Was dieses Projekt auszeichnet, ist die Verbindung von Theater und Museum und damit zweier Einrichtungen aus ganz unterschiedlichen Disziplinen", erklärte der Direktor des Ethnologischen Museum in Berlin-Dahlem, Lars-Christian Koch. Seine Einrichtung werde dafür sein Phonogramm-Archiv zur Verfügung stellen, eine der wichtigsten Sammlungen traditioneller Musik aus aller Welt. Es biete mit seinen mehr als 150 000 historischen Aufnahmen auf Edisonwalzen und Schellackplatten, entstanden zwischen 1893 und 1954, einen einzigartigen Fundus für das Projekt und die beteiligten Künstler. Neben seinen Aufnahmen, darunter von Musiktraditionen von Kulturen, die heute nicht mehr existent sind, bringt das Phonogramm-Archiv auch seine weltweiten Netzwerke und erfahrenen Mitarbeiter ein.

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