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Rave The Planet
Die Loveparade soll nach Berlin zurückkommen

Ganz in Gelb: DJ und Labelbetreiber Dr. Motte alias Matthias Roeingh
Ganz in Gelb: DJ und Labelbetreiber Dr. Motte alias Matthias Roeingh © Foto: Jana Reimann-Grohs/MOZ
Jana Reimann-Grohs / 13.01.2020, 18:56 Uhr - Aktualisiert 14.01.2020, 00:10
Berlin (MOZ) Der Alt-Raver Dr. Motte ruft – und sie kommen alle zum Pressetermin in den ehemaligen Garten des ersten Tresor-Clubs in der Leipziger Straße in Berlin-Mitte. Eine Schar von Medienleuten lauschte am Montag am historisch bedeutsamen Ort dem Erfinder der Loveparade.

Wenn er öffentlich auftritt, kann mit einer politischen Botschaft gerechnet werden und müssen zwangsläufig Kulturverantwortliche zusammenzucken. Nicht wegen der lauten Musik, den dumpfen Bässen und eindringlicher Elektrosounds. Irgendjemand hat den weisen Techno-DJ auf den Plan gerufen, der sich zuletzt als Daten- und Tierschützer und als Pflanzenpate verdingte. Aktuell ist vom Aufruf für die Rettung unseres Planeten durch Elektrobeats die Rede. Der Musiker und Labelbetreiber Dr. Motte verkündet nichts Geringeres als das Comeback des – 2003 zuletzt unter seinem Segen in Berlin stattfindenden – größten Techno-Aufmarsches aller Zeiten: Die Loveparade soll dorthin zurückkommen, wo sie einst 1989 als Demonstration für "Friede, Freude, Eierkuchen" mit gerade mal 150 Teilnehmern begann und 1999 zu einem Event mit 1,5 Millionen Besuchern wurde.

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Heute sieht die eingeschworene Techno-Szene "die bunten Leuchttürme der Stadt" – gemeint ist die Raver-Clubszene – unter dem Einfluss der Gentrifizierung schwinden und fordert einen Feiertag der elektronischen Tanzmusikkultur. Zu dessen jährlichem Festakt soll die neue Parade ausgerichtet werden – ganz ohne öffentliche Mittel; über sogenanntes "Fundraving" will Rave The Planet geplante Projekte unabhängig von Sponsoren über Spenden finanzieren.

Makes Rave great again: Alt-Techno-DJ Dr. Motte (alias Matthias Roeingh, 59 Jahre) plant mit seiner gemeinnützigen GmbH (Rave The Planet), die Loveparade nach Berlin zurückzuholen und mit der Rave The Planet-Initiative ein Großereignis daraus zu machen. Dazu will er einen elektronischen Musik-Feiertag einführen. Außerdem soll die elektronische Tanzmusikkultur immaterielles Kulturerbe werden.
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"Wir werden frei und glücklich beim Tanz", verspricht Dr. Motte für die Zukunft. Er verordnet seinen Jüngern elektronische Tanzeinheiten Richtung Lebenslust, Umdenken, kultureller Freiheit und Vernetzung der Musikclubs. Ziel der Rave-The-Planet-Initiative ist es auch, elektronische Tanzmusikkultur als immaterielles Kulturerbe von der Unesco anerkennen zu lassen. Noch habe ihre Musik keine ausreichende Akzeptanz, betonen die Gründer der gemeinnützigen GmbH Matthias Kaminsky, Quirin Graf Adelmann und Florian Löhlein mit Dr. Motte an der Spitze. "Empört Euch!", zitiert der 59-Jährige den französischen Widerstandskämpfer Stéphane Hessel und ruft den kulturpolitischen Widerstand zum Erhalt der Berliner Elektro-Szene aus. Neben Dr. Mottes kuratierter Sonderausstellung in der "Mall of Berlin" ist ein Modell der zukünftigen Parade aufgebaut. Wer Fundraver sein möchte, spendet fünf Euro für eine Miniraver-Figur.

Infos:www.ravetheplanet.com

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